32.000 Anzeigen weniger: Zeitschriften beenden 2009 mit minus 16,4 Prozent

Dienstag, 05. Januar 2010
Die „Wirtschaftswoche" muss ein Minus von 35 Prozent verkraften
Die „Wirtschaftswoche" muss ein Minus von 35 Prozent verkraften

Die seit Monaten zweistelligen Verluste im Anzeigengeschäft bescheren den Verlagen eine negative Jahresbilanz. Laut der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) schließen die Publikumszeitschriften das Jahr 2009 mit 16,4 Prozent weniger Anzeigenseiten als im Vorjahr ab. Das Jahresendgeschäft hat die Bilanz zwar noch einmal minimal verbessern können - von Januar bis November lag das kumulierte Minus bei 16,75 Prozent - am Gesamtergebnis ändert das aber nichts. Die minus 16,4 Prozent im Jahresvergleich entsprechen einem Verlust von 32.266 Anzeigenseiten. Insgesamt wurden 166.260 Anzeigenseiten verkauft. Allerdings sind in der Statistik auch Eigenanzeigen und Gegengeschäfte berücksichtigt, die die Bilanz verschönern.

Zu den Titeln, die traditionell die größten Anzeigenvolumina auf sich vereinigen, zählen die Nachrichtenmagazine. Hier verliert der „Stern" (G+J) rund 24 Prozent und kommt damit als größter Titel im Anzeigenmarkt im Jahr 2009 nur noch auf 2664 Anzeigenseiten. Die Nummer 2 im Markt, „Der Spiegel" (Spiegel Verlag), verliert knapp 23 Prozent und kommt auf rund 2409 Anzeigenseiten. Die Nummer 3 nach Anzeigenaufkommen, Hubert Burda Medias „Focus", verliert rund 27 Prozent und kommt auf rund 2297 Anzeigenseiten.

"Bella" gewinnt 174 Anzeigenseiten dazu
"Bella" gewinnt 174 Anzeigenseiten dazu
Gemessen am gesamten Anzeigenvolumen folgen nach den drei aktuellen Magazinen die People-Zeitschriften. Hier verbuchte die „Gala" einen Verlust von circa 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und kommt auf 2174 Anzeigenseiten. Die „Bunte" rutscht um rund 14,6 Prozent nach unten und hat noch 2105 Anzeigenseiten.

Die anzeigenstarken Titel sind gleichzeitig die größten Verlierer in diesem Jahr. Nach absoluten Verlusten verbucht die „Wirtschaftswoche" die deutlichsten Einbußen: Sie hat mit rund 1889 Anzeigenseiten rund 1012 weniger als im Vorjahr, das entspricht einem Minus von rund 35 Prozent. Es folgen auf den nachstehenden Rängen „Focus", „Stern" und „Der Spiegel".

Zu den Gewinnern des Jahres 2009 zählen - nach absoluten Steigerungen - „Bella" mit einem Zuwachs von rund 174 Anzeigenseiten (24 Prozent), „TV Klar" mit plus 148 Anzeigenseiten (141 Prozent), „Bellevue" mit plus 121 Anzeigenseiten (18 Prozent) und „Das Neue" mit plus 120 Anzeigenseiten (39 Prozent). Erfolgreich waren unter anderem auch „In - das Star und Style Magazin" das sich um rund 103 Anzeigenseiten (26 Prozent) verbesserte sowie „Landlust" mit einer Steigerung von 72 Anzeigenseiten (33 Prozent). Stabile Anzeigenvolumina verzeichneten laut VDZ im vergangenen Jahr vor allem die wöchentlichen Frauenzeitschriften und Elternmagazine.

Holger Busch, Geschäftsführer Marketing Anzeigen im VDZ, geht davon aus, den „Tiefpunkt der Entwicklung" gesehen zu haben. In das neue Jahr blickt der Verband dennoch vorsichtig zurückhaltend. Man rechne mit „keiner schnellen Erholung des Werbemarktes in Deutschland", heißt es. „Nach wie vor stehen die Etats unter erheblichem Kostendruck", so Busch. se
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