32 Millionen für Werbung: Dirk Ströer und Jens Kunath starten Gutschein-Portal Topdeals.de

Dienstag, 24. Mai 2011
Vitamin B: Dirk Ströer, Sohn des Außenwerbers Heinz W. Ströer, wirbt vorzugsweise auf Plakaten
Vitamin B: Dirk Ströer, Sohn des Außenwerbers Heinz W. Ströer, wirbt vorzugsweise auf Plakaten

Groupon hat Online-Gutscheine international bekannt gemacht, jetzt versuchen die Medienunternehmer Dirk Ströer und Jens Kunath mit einem ähnlichen Geschäftsmodell ihr Glück. Mit Topdeals.de bringt der Sohn des Außenwerbers Heinz W. Ströer gemeinsam mit seinem Kompagnon Kunath Ende Mai ein neues Online-Portal für Schnäppchenjäger an den Start. Der Launch wird mit einer massiven Werbekampagne begleitet. In den kommenden drei Jahren sollen laut Unternehmensangaben brutto 32 Millionen Euro in Werbung fließen. Nutzer von Topdeals.de können wie bei Groupon Gutscheine zu stark vergünstigten Preisen erwerben. Der wesentliche Unterschied zu Groupon ist, dass die Deals ähnlich wie bei Ebay als Auktion ab einem Euro laufen. Die Unternehmer Dirk Ströer und Jens Kunath wollen täglich hunderte Gutscheine aller Art wie Reisen, Hotelübernachtungen, Kinogutscheine und Geschenke versteigern und Topdeals langfristig zu einem Marktplatz für lokale Dienstleistungen ausbauen. Als Partner sind zum Start das von Ströer gegründete Reiseportal Weg.de, Star-Stuntman und Erlebnisanbieter Jochen Schweizer sowie mehr als 100 Hotels dabei. Diese können über Topdeals ihre Restkontingente vermarkten, ohne dass Fixkosten entstehen. Allerdings ist Topdeals.de mit 25 Prozent am Umsatz beteiligt.

Zur Person: Dirk Ströer

Zur Person: Dirk Ströer
Dirk Ströer, Jahrgang 1969, ist geschäftsführender Gesellschafter bei Media Ventures. Nach seinem BWL-Studium gründet Ströer 1998 die City Design GmbH zur Vermarktung von Hinweismedien in deutschen Städten und baut für den Konzern seines Vaters ab 1999 die polnische Ländergesellschaft in Warschau auf. Mit der Gründung von Orangemedia und Neu.de im Jahr 1999 legt er den Grundstein für die Kapitalgesellschaft Media Ventures, die in den Folgejahren Portale und Marktplätze wie Weg.de, Mp3.de oder Pkw.de aufbaut. Dirk Ströer ist im Aufsichtsrat der Ströer Out-of-Home Media AG vertreten und Geschäftsführer weiterer Aussenwerber in Deutschland.

"Mit Topdeals.de bündeln wir die Vorteile der Geschäftsmodelle von Groupon und Ebay auf eine vollkommen neue Weise. Für Verbraucher bedeutet dies Schnäppchenpreise in Kombination mit spannenden Auktionen. Unternehmen bieten wir die Möglichkeit, Restkapazitäten ohne finanzielles Risiko und Marketingaufwand zu veräußern“, erklärt Dirk Ströer, Gesellschafter des Topdeals-Betreibers Aha.de, den Vermarktungsansatz.

Die Messlatte liegt hoch: Bis Dezember 2011 wollen Ströer und Kunath eine Millionen Nutzer für Topdeals.de gewinnen. Um das zu erreichen, startet bereits Ende Mai eine breit angelegte Kampagne. Für die Schaltung der TV-Spots, Online-Banner und Plakate stehen allein 2011 sieben Millionen Euro bereit. Im kommenden Jahr summiert sich das Werbebudget auf 9 Millionen Euro, im Jahr 2013 auf 16 Millionen Euro. Ob Aha.de tatsächlich diese Summen an die Vermarkter überweist, darf bezweifelt werden. Grund: Als Großaktionär und Gesellschafter von Ströer Out of Home Media erhält Dirk Ströer die Außenwerbeflächen zu deutlich günstigeren Konditionen. Da der Schwerpunkt der Kampagne auf Plakat liegt - von den 7 Millionen Euro fließen in diesem Jahr 4 Millionen in Out-of-Home, 2,5 Millionen ins Web und nur 500.000 ins TV - dürften die tatsächliche Netto-Spendings wesentlich niedriger ausfallen.

Dass das Modell funktionieren kann, hat Ströer schon einmal bewiesen: Das 1999 von ihm gegründete Datingportal Neu.de wurde anfangs ebenfalls größtenteils über Plakatwerbung bekannt - und hat sich als einer der Top-Player im Markt etabliert.

Während die Plakate und die Online-Kampagne inhouse umgesetzt werden, soll für die TV-Kampagne eine externe Agentur angeheurt werden. Nach HORIZONT.NET-Informationen sind derzeit zwei Dienstleister im Rennen. Die Entscheidung soll in Kürze fallen. mas
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