20 Minuten Köln wird ausgesetzt

Donnerstag, 06. Januar 2000

In der Auseinandersetzung um den Kölner Gratiszeitungsmarkt können DuMont Schauberg und der Axel-Springer-Verlag einen weiteren Erfolg verbuchen: Der Schibsted-Verlag unterbricht vorerst das Erscheinen der kostenlosen Tageszeitung "20 Minuten Köln". Damit reagiert der Verlag auf das Urteil des Berliner Landgerichts vom 4. Januar, das die kostenlose Verteilung einer vollwertigen Tageszeitung untersagt. Schibsted hat gegen das Urteil bereits Widerspruch eingelegt. An eine Einstellung des Blattes denke der Konzern nicht, erklärt Chefredakteur Klaus Kelle. "Wir kämpfen für die Zeitung, die wir machen wollten", betont er. Man wolle lediglich die neue Gerichtsentscheidung abwarten, die in etwa drei Wochen anstehen dürfte. Springer und DuMont Schauberg werden nun im Gegenzug zunächst auf die Herausgabe der Gratiszeitungen "Köln Extra" und "Kölner Morgen" verzichten. Inzwischen hat sich auch das Internationale Presse Institut (IPI) eingeschaltet, das die Entscheidung des Berliner Landgerichts als "bedenklich und unverständlich" kritisiert. Offenbar seien "wirtschaftliche Interessen über die grundgesetzlich geschützten Werte wie Presse- und Informationsfreiheit gestellt" worden, urteilte IPI-Direktor Johann Fritz.
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