"Marketiers brauchen mehr Eier": Die besten Sprüche vom Deutschen Medienkongress

von HORIZONT Online
Donnerstag, 17. Januar 2013
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Wenn Werber mit Marketing-Entscheidern über die gestiegenen Anforderungen an Agenturen diskutieren oder Zeitungsmanager mit TV-Bossen über den Gattungskrieg der Medien, dann kann es in diesen angespannten Zeiten mitunter ganz schön zur Sache gehen. Das war auch auf dem 5. Deutschen Medienkongress von HORIZONT so, der gestern und vorgestern rund 600 Fachbesucher nach Frankfurt lockte. An dieser Stelle präsentiert HORIZONT.NET die besten Zitate auf einen Blick.

Hans-Christian Schwingen, Leiter Markenstrategie und Marketing Kommunikation Deutsche Telekom

„Diese Red Bull-Geschichte halte ich an dem Punkt für überzogen, wo man versucht, sie als Blaupause für andere zu nehmen. Ich warte immer noch auf Schauma oder Erdal-Schuhcreme & Co, wie die nachhaltig Content liefern wollen.“

„Selbst wenn es einen Marketingvorstand gäbe: In so einem großen Unternehmen ist eine Lehmschicht mitunter so groß, dass Dich die Organisation tot machen kann. Du wirst immer zwei Schritte nach vorn machen und einen zurück. Da bin ich schon froh, wenn ich näher am Maschinenraum dran bin, weil ich da mehr bewirken kann.“

„Wenn die Agenturen sich wieder mit ihrer ureigensten Sache beschäftigen und das super machen, anstatt sich zu bemühen, entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine Rolle zu spielen, dann hätte das schon mal was.“

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Thomas Strerath, CEO Ogilvy & Mather

„Ein Teil dieser ROI-Diskussion ist doch, dass sich Unternehmen letztlich nur noch an dem orientieren, was messbar ist, und nicht mehr an dem, was sinnvoll ist.“

„Mir als Agenturmenschen erscheint das Marketing der meisten Unternehmen nur als Lecker-und-Hübsch-Mach-Abteilung. Aber nicht als Strategie-Einheit.“



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Bernhard Fischer-Appelt, Vorstand Fischer-Appelt

„Marketiers brauchen mehr Eier. Denn Content, der gut geht, polarisiert. Da muss man sich trauen, Ecke und Kante zu zeigen. Ich kenne nur wenige Marken, die bereit sind, zu polarisieren.“

„Es ist kompletter Bullshit, dass Agenturen wie Unternehmensberater sein sollten. Aber eine kleine schlaue analytische Unit in jeder Agentur wäre schon gut.“

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Anders-Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz

„Ich bin immer wieder erstaunt über Unternehmen, die ihre Markenpositionierung vornehmen, sich ausrichten, aber beim kleinsten Widerstand die Strategie ändern. Die deutsche Wirtschaft schreibt von Herzen gern Strategiepapiere um, statt Maßnahmen zu ergreifen, um die ursprüngliche Strategie zu realisieren. Coolness ist etwas, was sehr häufig in der deutschen Landschaft fehlt.“

„Ich habe gelernt, man muss Eier in der Hose haben – hoffentlich von frei laufenden Hühnern.“

„Es gibt einen Haufen genialer Agenturen, aber nicht alle verstehen die Marke.“

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Peter Figge, CEO Jung von Matt

„Sicherlich gibt es für kreative und talentierte Berufseinsteiger viel mehr Möglichkeiten als vor 30 Jahren: Sie können Spieleentwickler werden, Regisseur, Blogger oder Selbstgehäkeltes über das Internet verkaufen. Werbung bleibt aber doch eine sehr interessante Alternative. Das müssen wir nur sichtbarer machen. Es gibt heute wahnsinnig viele Möglichkeiten und vielfältige Berufsfelder. Wir sind nur zu schlecht darin, dass nach außen hin zu kommunizeren.“

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Frank-Michael Schmidt, CEO Scholz & Friends

„Die Attraktivität unserer Branche für High Potentials ist dramatisch gesunken. Der gesellschaftliche Stellenwert ist ein anderer als früher. Unsere größte Herausforderung in den nächsten Jahren wird es sein, dass wir wieder Intelligenz in die Agenturen bekommen."

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Susanne Kunz, Mediachefin Procter & Gamble

"Wir haben die Aufgabe, mehr aus dem vorhandenen Geld herauszuholen und die Mittel effektiver einzusetzen".

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Uwe Storch, Head of Media Ferrero Deutschland

Zur sinkenden Reichweite von TV in jüngeren Zielgruppen: “Wenn die Marmelade dünner wird, muss ich immer mehr aufs Brot streichen”.

„Ich muss um meine Mediabudgets kämpfen. Und das wird kein leichter Kampf. Mediabudgets atmen.“

"Ich wünsche mir als Investor bessere Hilfsmittel, um Entscheidungen rechtfertigen zu können."

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Jürgen Blomenkamp, CEO Group M Trading

„Die großen Entwicklungen kommen von dem großen Unternehmen in Mountain View. Daran wird sich so schnell nichts ändern.“

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Christoph Schuh, Vorstand Tomorrow Focus

„Das Thema Targeting wird der nächste große Kampfplatz.“

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Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media

“Daten sind der Treibstoff dieses Krieges.”

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Peter Kuhlmann, COO Omnicom Media Group

„ZAW und Nielsen spiegeln die Realität kaum wider.“

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Anke Schäferkordt, CO-CEO RTL Group:

„Unsere eigenen Ansprüche an erfolgreiche Geschäftsführung sind höher als die unserer Gesellschafter. Die kommen nicht jeden Tag aus Gütersloh zu mir und sagen: Anke, da geht doch jetzt noch was.“



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Elke Schneiderbanger, Geschäftsführerin ARD Sales & Services

Zur „Dschungelcamp“-Folge am Montag: „Ganz ehrlich, das war nicht schön. Ich musste ausschalten.“

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Frank Schirrmacher, Herausgeber FAZ:

„Der Montag als Erscheinungstag wird ein Problem bekommen.“

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Julia Jäkel, Vorstand Gruner + Jahr

Zu ihrem Vorstandsposten: „Ich stürze mich nicht in eine Schlacht, die ich nicht gewinnen kann.“

Zu ihrem Optimismus für 2013: „Ich bin nicht verstrahlt.“

„Ich bin ein optimistischer Mensch und das tut mir im Moment auch ganz gut.“

„Bullshit Talk können wir alle, der hilft uns jetzt aber nicht weiter.“

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Jan Bayer, Vorstand Axel Springer

Zu Sparkursen in den Verlagen: „Man darf nicht an dem Ast sägen, auf dem man sitzt.“

Zur Frage, wie Qualitätsjournalismus heute finanziert werden soll: „Man darf die Schraube nicht überdrehen. Man darf nicht an dem Ast sägen, auf dem man sitzt.“

„Ich halte es gerne mit Axel-Springer-Vorstand Matthias Döpfner, der kürzlich sagte: Die goldenen Zeiten für Print sind vielleicht vorbei, aber silber ist auch nicht schlecht.“

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Rainer Esser, Geschäftsführer Zeit Verlag

Zur Reichweitenentwicklung bei den 14- bis 49-Jährigen in TV: "Ich mache mir Sorgen um das Privatfernsehen.“

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Harald Wahls, Braunschweiger Zeitung

"Die Agenturen schützen ihre Geschäftsmodelle, aber wir haben gute Argumente für die Gattung Tageszeitung."

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Dietmar Otti, Axel Springer Media Impact

(Darf/will mit Welt/Wams bei der „Quality Alliance“ nicht mitmachen …): "Ich habe noch nicht so ganz verstanden, was denn nun das Produkt der neuen Quality Alliance ist."

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Florian Ruckert, RMS

Zu den Regional-Werbeplänen der großen TV-Senderketten: "Es kann sein, dass Pro Sieben Sat 1 mit diesem Thema eine Sau durchs Dorf treibt, um dem Finanzmarkt eine Story erzählen zu können."

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Oliver Adrian, AS&S Radio

"Wenn sich in Print nun immer mehr Vermarktungsallianzen bilden, dann wird dadurch das Produkt nicht automatisch besser."

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Andreas Prasse, Wall Decaux:

"Wir sind die einzige Gattung, die sich Spezialagenturen und ihre Sonderrolle leistet."

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Paul Remitz, Mediacom

"Outdoor wird noch mal ein großes Thema werden: Es ist das letzte große Push-Medium."

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Tobias Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zum neuen Verlagsbündnis „Quality Alliance“: „Jeder Mitstreiter ist willkommen, der an unser Geschäftsmodell glaubt. Aber schon für vier Verlage war es nicht leicht, so weit zu kommen.“

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Rainer Esser, Geschäftsführer Zeit-Verlag:

„Wir haben erkannt, dass wir Filet anbieten – und nicht Schweinebauch.“
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