Klitschko-Manager Bernd Bönte: „Wir vertrauen uns blind“

Donnerstag, 27. Oktober 2011
Bernd Bönte bildet mit den Klitschko-Brüdern ein schlagkräftiges Trio
Bernd Bönte bildet mit den Klitschko-Brüdern ein schlagkräftiges Trio


Bernd Bönte ist seit über zehn Jahren Manager des erfolgreichen Box-Bruderpaars Vitali und Wladimir Klitschko. Der frühere Journalist und Sportfive-Mitarbeiter gilt als einer der Erfolgsgaranten für die Vermarktung der ukrainischen Sportler. Bönte verhandelt mit dem Management internationaler und nationaler TV-Konzerne ebenso wie mit namhaften Sponsoren, die man im Boxsport sonst vergeblich sucht. Gerade erst konnte Bönte einen weiteren Vertrag mit dem langjährigen TV-Partner RTL unterschreiben - die Marke Klitschko garantiert heute eine Millionenquote. Für seine Leistungen zeichnet HORIZONT Bönte als "Sportmanager des Jahres" aus. Sie arbeiten seit 1999 mit den Klitschkos, zuerst als Personal Manager, seit 2007 als Geschäftsführer der Klitschko Management Group KMG. Man nennt Sie bisweilen schon den dritten Klitschko. Wie definieren Sie Ihre Rolle bei der Zusammenarbeit mit den beiden Ausnahmesportlern und -persönlichkeiten? Ich arbeite in der Tat schon lange mit den Klitschkos zusammen – und aus diesem engen beruflichen Miteinander ist längst Freundschaft geworden. Wir sprechen alle Themen offen an, diskutieren und entscheiden sie im Dialog. Vitali und Wladimir wissen, dass sie sich hundertprozentig auf mich verlassen können.

Sie waren bei Premiere Box-Sportchef. Standen Sie selbst im Ring? Nein. Die Liebe zum Boxen und zum Sport ist durch meinen Vater gekommen. Der war ein sehr, sehr guter Fußballer und hat in der Unistaffel in Münster auch geboxt. Als ältester von drei Söhnen habe ich als Kind zusammen mit ihm alle wichtigen Muhammad-Ali-Kämpfe gesehen – das waren meine Schlüsselerlebnisse. Das Einzige, was mich fast noch mehr begeistert, ist Fußball. Ich bin bekennender Bayern-Fan und absoluter Fußball-Junkie.

Viele Manager haben BWL oder Jura studiert, Sie dagegen Germanistik, Geschichte und Politologie, danach wurden Sie Journalist. Wie wichtig ist das für Ihre Tätigkeit als KMG-Geschäftsführer? Sehr wichtig. Das stragegische und analytische Denken, dass man als Journalist auch haben muss, hilft enorm. Als Journalist lernt man, Dinge oder Entwicklungen schnell aufzufassen, zu analysieren und Schlussfolgerungen zu ziehen – Gleiches zeichnet einen guten Manager aus.

Was kann ein guter Manager von einem guten Boxer lernen? Die absolute Hingabe, die hundertprozentige Vorbereitung auf ein wichtiges Ereignis, das strategische Herangehen an Herausforderungen und die Problemlösung. Man muss sich Ziele setzen, diese versuchen zu erreichen und auf dem Weg dahin Kritikfähigkeit zeigen. Es gibt beim Boxen wie in der Wirtschaft unterschiedliche Typen: Draufgänger, Taktierer, Strategen, Defensivkünstler und Puncher. Wo ordnen Sie sich ein? Ich bevorzuge den Klitschko-Stil: Ich stürme nicht blind, ohne Deckung und ohne eine Strategie nach vorne. Und ich bin jemand, der auch Plan B in der Tasche hat.

Die Klitschkos sind, jeder für sich, aber auch gemeinsam, eine Marke, HORIZONT.NET-Leser wählten sie zu den beliebtesten Testimonials. Welche Attribute würden Sie ihnen zuweisen? Sie sind authentisch, bodenständig, natürlich und erfolgreich. Ihr Markenkern ist, so haben wir es definiert, Brain and Power. vs
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