Fabian Müller

Fabian Müller

Super Bowl XLIX im HORIZONT Check Sat 1 auf dem besten Weg zum Touchdown

Montag, 02. Februar 2015
Einmal durchatmen bitte: In einem spektakulären Super Bowl setzten sich die New England Patriots in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen Titelverteidiger Seattle Seahawks durch - mit der Hilfe des deutschen Profis Sebastian Vollmer. Zu den Gewinnern gehört auch der übertragende Sender Sat 1. Der HORIZONT Check zum Super Bowl XLIX zeigt: Die Kritik aus den Vorjahren hat man sich offenbar zu Herzen genommen.

Übertragung

Im vergangenen Jahr musste Sat 1 für seine Übertragung aus East Rutherford, New Jersey einiges an Schelte einstecken: Ein lustlos witzelnder Stefan Raab als Laienexperte, zu viele Schalten ins Studio, dadurch verpasste Spielzüge - dem US-TV-gewöhnten Football-Fan blieb aber auch nichts erspart. Doch dieses Jahr war alles anders: Getreu dem Motto "Weniger ist mehr" beschränkte sich die Übertragung auf das Wesentliche, will heißen: auf das Spiel. Und das trotz eines deutlich längeren Vorlaufs bis zum Kick-off als im Vorjahr. Erfreulich wenige Werbepausen machten so manchen Bock aus der Vergangenheit wett. Ebenfalls positiv: Die Regie war auf der Höhe, dank des Verzichts auf ständige Studio-Schalten bekam der Zuschauer daheim auch tatsächlich alle entscheidenden Szenen mit. Gut auch, dass man auf die unnötige Social-Media-Schau verzichtete, die es noch in den Championship Games vor zwei Wochen gab.
Guter Auftritt: Die Moderatoren Frank Buschmann (l.), Andrea Kaiser und Jan Stecker
Guter Auftritt: Die Moderatoren Frank Buschmann (l.), Andrea Kaiser und Jan Stecker (© Sat 1/ Benedikt Mueller)

Moderation

Für Frank Buschmann und Jan Stecker war es bereits der vierte gemeinsame Super Bowl - und das merkte man auch. Die beiden Moderatoren spielen sich immer mehr aufeinander ein und geben ein sehr akzeptables Kommentatorenduo ab. Buschmanns stellenweise übertriebenen Enthusiasmus fängt Stecker, selbst ehemaliger Quarterback, mit nüchterner Expertise gekonnt ein. Hinzu kommt der Verzicht auf den 2014 unvermeidbaren Senf von Pro-Sieben-Allzweckwaffe Stefan Raab, dafür gab Björn Werner sein Debüt als Experte. Der Linebacker der Indianapolis Colts brachte interessante Insights aus der NFL mit ein, war sprachlich aber manchmal schwer zu verstehen. Dennoch ein klarer Fortschritt. Am Spielfeldrand gab zudem Andrea Kaiser eine gute Figur ab - nicht nur, als sie sich zum Wohle der Zuschauer wegduckte, um den Blick auf die Cheerleader nicht zu verstellen. Nach der Partie setzte sich Kaiser im Kampf um die ersten Field Interviews gegen die internationale Konkurrenz durch. Daumen hoch!

Quoten

Letzteres gilt auch für die Einschaltquoten. Erste Zahlen aus der Nacht von Sonntag auf Montag dürften Sat 1 sehr zufrieden stellen. Während beim Vorlauf ab 23:15 Uhr noch 0,97 Millionen Zuschauer von 14 bis 49 Jahren einschalteten (15,7 Prozent Marktanteil), sahen in der ersten Halbzeit (ab 00:30 Uhr) über 1,2 Millionen zu und bescherten dem Sender so starke Marktanteile zwischen 30 und 40 Prozent. Bei verständlicherweise sinkenden Gesamtzuschauerzahlen vor dem Bildschirm stieg der Marktanteil im Laufe der Partie auf deutlich über 40 Prozent. Auch im Gesamtpublikum ab 3 Jahren kann Sat 1 mit Marktanteilen zwischen 20 und 30 Prozent zufrieden sein.
Super Bowl Ball
© Fotolia / FeSeven

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Fazit

Der 49. Super Bowl war ein durchaus ansprechender - nicht nur wegen des spannenden Spiels, sondern auch wegen der souveränen Begleitung durch Sat 1. Es entsteht der Eindruck, das "Ran"-Team wird so langsam routinierter, was die NFL-Übertragungen anbelangt. Das kommt auch bei den deutschen Fans an, die für den Super Bowl XLIX größtenteils Lob übrig haben. Im übertragenen Sinne: Sat 1 ist bereits auf dem Weg in die Endzone, der Touchdown ist nicht mehr weit entfernt. Gute Aussichten also für die Jubiläumsausgabe 2016. fam

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