Zeitschriften Die besten Cover des Jahres

zusammengestellt von David Hein
Freitag, 23. Dezember 2016
Die besten Cover des Jahres
Die besten Cover des Jahres

Würde man sich die Mühe machen, die am häufigsten abgebildete Person des Jahres zu ermitteln, würde 2016 wohl Donald Trump die Rangliste anführen. Der designierte US-Präsident mit der eigenwilligen Frisur zierte in diesem Jahr unzählige Titelbilder. Weitere wichtige Themen des Jahres waren der Syrienkrieg und der Brexit. HORIZONT präsentiert eine Auswahl der besten und wichtigsten Cover des Jahres.

1.

"Der Spiegel"

Kontrovers: Das Titelbild des "Spiegel"
Kontrovers: Das Titelbild des "Spiegel" (© Spiegel)
Für eines der aufmerksamkeitsstärksten aber auch kontroversesten Cover des Jahres sorgte der "Spiegel". Nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten stellte das Nachrichtenmagazin den Republikaner als Meteoriten dar, der auf die Erde zurast. Auch die Überschrift "Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)" suggerierte ein über die Welt kommendes Unheil. Der "Spiegel" musste sich für das reißerische Titelbild viel Kritik gefallen lassen, wurde aber auch mit den besten Verkaufszahlen des Jahres belohnt.

2.

"Time"

Funktioniert auch ohne viele Worte: Das Trump-Cover der "Time"
Funktioniert auch ohne viele Worte: Das Trump-Cover der "Time"
Das Trump-Cover des "Spiegel" erinnerte nicht von ungefähr an das Titelbild eines weiteren namhaften Nachrichtenmagazins. Bereits im August hatte das "Time"-Magazin in einer für den rebublikanischen Kandidaten kritischen Phase des Wahlkampfes mit einem ähnlichen Cover aufgemacht. Beide Illustrationen stammten aus der Feder von Edel Rodriguez. "Time" trieb das großartige Titelbild einige Wochen später sogar noch einmal auf die Spitze.

3.

"The Economist"

Das Brexit-Cover des "Economist"
Das Brexit-Cover des "Economist"
Ein weiteres bedeutendes Thema in diesem Jahr, das sich in zahlreichen anspielungsreichen Titelbildern niederschlug, war das Votum für den Brexit im Juni. Eines der am häufigsten verwendeten Motive in diesem Zusammenhang war der Union Jack, mit dem unter anderem das renommierte Wirtschaftsmagazin "The Economist" das Thema illustrierte. Das vermeintliche "Economist"-Cover mit der Schlagzeile "Oh Fuck!", das den sozialen Netzwerken die Runde machte, ist in dieser Form hingegen nie erschienen, sondern war ein Fake.

4.

"Süddeutsche Zeitung Magazin"

Auch die Illustration des Jahres stammt aus dem "SZ Magazin"
Auch die Illustration des Jahres stammt aus dem "SZ Magazin"
Auf gewohnt hohem Niveau präsentierte sich auch in diesem Jahr wieder das Magazin der "Süddeutschen Zeitung", das bei den diesjährigen Lead Awards als "Leadmagazin des Jahres" ausgezeichnet wurde. Auch die Illustration des Jahres erschien im "SZ Magazin". Die dazugehörigen Titelgeschichte war ein Porträt des österreichischen Zeichners Heinz Vielkind, der Panoramabilder von Ski- und Wandergebieten zeichnet.

5.

"The New Yorker"

Just Purple Rain: Die kommende Ausgbe des "New Yorker"
Just Purple Rain: Die kommende Ausgbe des "New Yorker"
Auch "The New Yorker" lieferte wieder einige erinnerungswürdige Cover ab. Das vielleicht schönste erschien im Mai anlässlich des Todes von Popstar Prince und setzte dessen Welthit "Purple Rain" ein großartiges Denkmal. Ebenfalls zu besten Titelbildern des Jahres gehört das Bob-Dylan-Porträt aus dem Oktober.
Das Bob-Dylan-Cover des "Nedw Yorker"
Das Bob-Dylan-Cover des "Nedw Yorker"


6.

"11 Freunde"

Kultverdächtig: Das Bundesliga-Sonderheft von "11 Freunde"
Kultverdächtig: Das Bundesliga-Sonderheft von "11 Freunde"
Eine tolle Idee für sein Bundesliga-Sonderheft hatte das Team des Fußball-Magazins "11 Freunde": Das Cover griff die ikonographischen Cover der legendären "Die drei ???"-Hörspiele auf. Die Bücher und Hörspiele über die Abenteuer der drei Nachwuchsdetektive Justus, Peter und Bob waren in den 80er und 90er-Jahren Kult. Dementsprechend euphorisch fielen die Reaktionen auf das Cover aus, das die berühmten Illustrationen der Grafikerin Aiga Rasch aufgriff und auf die Themen des Magazins übertrug.

7.

"Zeit Magazin"

Bedrückend: Der Syrien-Comis im neuen "Zeit Magazin"
Bedrückend: Der Syrien-Comis im neuen "Zeit Magazin"
Die Bilder der zu großen Teilen zerstörten syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo waren in diesem Jahr fast allgegenwärtig. Das "Zeit Magazin" thematisierte den grausamen Bürgerkrieg im Mai ohne die typischen Fotos beigegrauer Trümmerwüsten und präsentierte Auszüge aus dem Graphic Novel "Freedom Hospital", mit dem der syrische Künstler Hamid Sulaiman den Konflikt in seinem Heimatland verarbeitete.

8.

"Playboy"

Der US-Playboy verzichtet seit diesem Jahr auf komplett nackte Tatsachen
Der US-Playboy verzichtet seit diesem Jahr auf komplett nackte Tatsachen
Der US-amerikanische Playboy sorgte im vergangenen Jahr mit der Ankündigung, auf nackte Tatsachen zu verzichten, für Aufsehen. "Sauberer und moderner" lautet das Konzept des neuen Stils. Entsprechend gespannt war die Fangemeinde auf die erste Ausgabe. Das Coverfoto des ersten neuen "Playboy" im Stil eines Selfies stellte unter Beweis, dass erotische Frauenfotos nicht zwingend nackte Brüste zeigen müssen.

9.

"FHM"

"FHM" sagt bye!
"FHM" sagt bye! (© FHM)
Ein anderes Männermagazin verabschiedete sich in diesem Jahr vom Markt. "FHM", bis 2012 auch mit einer eigenen Ausgabe in Deutschland präsent, gab 2016 auch in seiner Heimat Großbritannien auf. Zu seinen besten Zeiten erreichte das Magazin eine Auflage von rund 700.000 Exemplaren hatte und erschien 27 Ländern. Zuletzt war die Auflage auf nur noch rund 67.000 Exemplare geschrumpft. Das Cover der "Last Issue Ever" zierte die britische TV-Moderatorin Holly Willoughby.

10.

"Racquet"

Die erste Ausgabe von "Racquet" wurde per Crowdfunding finanziert
Die erste Ausgabe von "Racquet" wurde per Crowdfunding finanziert
Liebevoll gestaltete Sportmagazine haben Konjunktur. In Deutschland ließ Gruner + Jahr im Sommer "No Sports" vom Stapel. In den USA will ein kleiner Verlag mit dem neuen Tennismagazin "Racquet" an die große Ära des weißen Sports in den 70er und 80er Jahren anknüpfen und unterstreicht seinen hohen publizistischen Anspruch mit einem ebenso hochwertigen Layout und einem großartigen Titelbild. Ermöglicht wurde die Produktion der ersten Ausgabe übrigens durch eine Finanzierung über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. "An impressive first issue that promises a healthy future", befand das Online-Magazin Magculture. dh
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