Überraschende Wende Redcoon tauscht gerügte Spots nun doch aus

Freitag, 13. Dezember 2013
Redcoon will die gerügten Spots gegen den Fußball-Film austauschen - der blieb ungerügt
Redcoon will die gerügten Spots gegen den Fußball-Film austauschen - der blieb ungerügt


Eine überraschende Wende im Fall Redcoon: Der Onlinehändler tauscht die vom Deutschen Werberat vergangene Woche gerügten TV-Spots nun doch aus. Erst am Dienstag erklärte die Media-Saturn-Tochter auf Anfrage von HORIZONT,
dass sie an der Kampagne unbeirrt festhalte. Für den Werberat ist die nun doch erfolgte Einsicht erstmal ein Erfolg - vor allem ein politischer. Die von Serviceplan Campaign entwickelten TV-Spots, in denen sich vollbusige Testimonials wie Gina-Lisa Lohfink, Micaela Schäfer und Jordan Carver das "Billig"-Image des Aschaffenburger Onlinehändlers zu eigen machen, hatten eine Beschwerdewelle ausgelöst. Da Redcoon zunächst nicht bereit war, die beanstandeten TV- und Onlinespots zurückzuziehen, griff der Werberat vergangene Woche zu seinem schärfsten Santktionsmittel - der Rüge.

Wie das Kontrollgremiumg der deutschen Werbewirtschaft nun mitteilt, habe Redcoon sich dazu entschieden, die drei gerügten TV-Spots gegen den nicht beanstandeten Spot " Fußballplatz" in den Werbeblöcken zu tauschen. Das Unternehmen möchte damit "seinen Respekt gegenüber dem Werberat Ausdruck verleihen" und unterstreichen, dass man dem Werberat "als moralische Institution in Deutschland" eine große Bedeutung beimesse, heißt es in der Pressemitteilung des Werberats. Der Austausch der Spots solle zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

"Es ist ein schöner Erfolg für den Werberat und ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Werbeselbstkontrolle funktioniert und einer gesetzlichen Regulierung überlegen ist", sagt Werberat-Sprecherin Julia Busse. Damit können das Gremium und die deutsche Werbewirtschaft, deren Selbstregulierung im Hinblick auf weitere Werbeverbote stark unter politischer Beobachtung steht, aufatmen. mh

Einer der gerügten Spots

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