#makelovenotwalls Diesel schießt mit Regenbogen-Panzer gegen Donald Trump

Dienstag, 14. Februar 2017
Diesel ruft zu mehr Offenheit auf
Diesel ruft zu mehr Offenheit auf
Foto: Diesel

Donald Trump bekommt zunehmend Gegenwind aus der Werbeindustrie. Nachdem bereits namhafte Tech-Firmen aus dem Silicon Valley gegen das umstrittene Einwanderungsdekret des US-Präsidenten protestiert haben, zeigen nun auch immer mehr europäische Unternehmen Flagge. Einen besonders flammenden Appell für mehr Offenheit und Toleranz sendet aktuell Diesel. Der neue, von Anomaly Amsterdam kreierte Werbespot des italienischen Modelabels richtet sich gegen den von Trump geplanten Mauerbau an der Grenze zu Mexiko.
Der Name Donald Trump kommt in dem Werbefilm nicht an einer einzigen Stelle vor. Muss er auch nicht. Denn das umstrittene Vorhaben des neuen US-Präsidenten, die Grenze zu Mexiko mit einer Mauer zu sichern und sich diese sogar von dem Nachbarstaat bezahlen zu lassen, sorgte weltweit für solche Schlagzeilen, dass es keiner weiteren Erklärung bedarf.  Was Diesel von den Plänen hält, das wird in dem von Regisseur David LaChapelle gemeinsan mit Diesel-Kreativ- und Fashion-Director Nicola Formichetti produzierten Comercial nur allzu klar: Denn die hässliche, mit Stacheldraht ausgestattete Betonmauer, die sich dem attraktiven Hauptdarsteller plötzlich in den Weg stellt, wird kurze Zeit später dem Erdboden gleich gemacht - von einem regenbogenfarbenen und aufblasbaren Panzer, der die zuvor trostlose Grenzregion in einen Ort verwandelt, an dem Freiheit und Liebe gefeiert werden. 

Diesel macht sich auch für die Homo-Ehe stark
Diesel macht sich auch für die Homo-Ehe stark (Bild: Diesel)
Diesel sendet mit der Kampagne #makelovenotwalls nicht ohne Grund eine politische Botschaft. Aus Sicht des Modelabels erlebt die Welt gerade einen "historischen Moment, in dem Hass, Mauern und Angst die Oberhand zu gewinnen scheinen.". Ziel der Aktion sei es, ein Zeichen "gegen die mentalen und physischen Mauern" zu setzen und alle Seiten einzuladen, "im Namen der Liebe und Solidarität zusammenzukommen". 

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Bild: Nike

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"Wir bei Diesel wenden uns mit Entschiedenheit gegen das Säen von Hass und wollen das die Welt mehr denn je wissen lassen", sagt Formichetti. Der Diesel-Kreative bekommt Rückendeckung von ganz oben: "Seit unserer David LaChapelle-Kampagne mit den zwei sich küssenden Matrosen von 1995 bis heute hat Diesel immer wieder Grenzen überschritten. Wir brauchen all unseren Mut, um gerade heute, wo die vorherrschende Angst unsere Welt mit immer mehr Mauern zu unterteilen droht, weiterhin Barrieren zu überwinden", sagt Diesel-Gründer Renzo Rosso. 

Die Kampagne wird hierzulande vor allem Online sowie in Print-Medien zu sehen sein. Während die Print-Anzeigen, die in Titeln wie "Vogue", "Elle", "Zeit Magazin" und "GQ" erscheinen, direkt vom Diesel-Headquarter in Mailand gebucht werden, kümmert sich Mindshare um die Online-Mediaplanung. 

Die Motive werden auch in den Innenstädten zu sehen sein. So kommen etwa in Berlin Mega-Poster zum Einsatz. Flankiert wird die klassische Kampagne von Guerilla-Aktionen. So soll der bunte Diesel-Panzer am 14. Februar in London und dann in Mailand, Shanghai, New York, Berlin und Tokio seine Liebesbotschaft verbreiten.

Diesel ist nur eine von vielen Marken, die werblich ein Zeichen gegen Trump setzen. So haben etwa Dove und McDonald´s kürzlich mit Anzeigen den von Trump-Beraterin Kellyanne Conway geprägten Begriff #AlternativeFacts beziehungsweise Fake News im Allgemeinen kritisiert. Auch Nike, Kia und die Hamburger Brotaufstrichmarke Smuus sind mit werblichen Seitenhieben in Richtung Trump aufgefallen. In den USA hatten kürzlich insgesamt 97 Unternehmen einen offenen Brief gegen das Einreisedekret unterzeichnet. mas
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