iBeacon Wie Unilever mit einem Knorr-Foodtruck in die Mobile-Marketing-Zukunft fährt

Freitag, 06. Februar 2015
Mit einem Knorr Foodtruck testete Unilever die iBeacon-Technologie
Mit einem Knorr Foodtruck testete Unilever die iBeacon-Technologie
Foto: Unternehmen
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Unilever Instore Aftonbladet Mediaagentur Stockholm


Apples iBeacon-Technologie galt bis jetzt als Revolution für Instore-Targeting-Lösungen. Jetzt testet Unilever die kleinen Sender als Tool, um sein ganzes Mobile Marketing zu optimieren. In einem Projekt von Unilevers Start-Up-Inkubator The Foundry zusammen mit dem Medienhaus Aftonbladet und der Mediaagentur Mindshare lieferten Konsumenten bereitwillig ihre mobilen Kennungsdaten. Ihr Lohn: Eine heiße Suppe.

Das in Schwedens Hauptstadt Stadt Stockholm durchgeführte Pilotprojekt, versuchte eine aus Sicht der Werbungtreibenden besonders interessante Frage zu beantworten: Wie lassen sich iBeacons nutzen, um über die Registrierung konkreter Produktinteressen das Kunden-Targeting noch persönlicher und damit effektiver zu gestalten. Dazu konnten sich schwedische Konsumenten an dem Knorr-Foodtruck eine kostenlose Suppe in unterschiedlichsten Geschmackrichtungen geben lassen. Smartphone-Besitzer, die auf ihrem Gerät die App der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" installiert hatten, erhielten eine Werbebotschaft mit einem personalisierten Coupon, der sie zu einem Kauf in einem naheliegenden Geschäft motivieren sollte.

Die von dem digitalen Marketingdienstleister Glimr umgesetzte Kampagne könnte sich sowohl für Werbungtreibende wie auch für Werbevermarkter zu einem spannenden Beispiel entwickeln. So konnte "Aftonbladet" seine App hier als Werbeplattform vermarkten, die eine ausschließlich im Mobile Web denkbare Kommunikationsleistung bietet. Wenn die Medien von der wachsenden Nutzungsdauer im Mobile Web auch bei der Werbevermarktung profitieren wollen, müssen sie noch mehr vergleichbare Formate finden, die auf die Besonderheiten der Smartphone-Nutzung eingehen.

Für Werbungtreibende zeigt das Projekt, dass die Beacon-Technologie als Kommunikationslösung im Marketing noch erst am Anfang steht. Bisher sollten Beacons vor allem dazu dienen, Kaufanreize über Sonderangebote lokalisiert im Mobile Web auszuspielen. Über die Verkostung am Foodtruck gelingt es Unilever allerdings, den abschließenden Kaufimpuls in eine breitere, positive Markenerfahrung einzubinden. Dabei - und das dürfte aus Sicht der Hersteller besonders reizvoll sein - benötigte das Unternehmen keinen Händler, um den Zugang zu den an Knorr-Suppen interessierten Kunden zu erhalten.

Diese Distanzierung ist aber wohl keine grundsätzliche strategische Entscheidung. Wie das britische Werbefachblatt "The Drum" berichtet, arbeitet Unilever schon an einem weiteren Beacon-Testlauf mit einer Handelskette. In Deutschland sind dagegen noch keine größeren Ambitionen zum Einsatz von Beacons im FMCG-Handelsmarkteting zu spüren. Die ersten Pilotprojekte, wie sie etwa Gettings betreibt. konzentrieren sich derzeit auf den Modehandel und regionale Filialisten. cam

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