"b00st.me" Ex-"Upday"-Chefredakteur gründet Influencer-Startup

Dienstag, 16. August 2016
CEO Matthias Bannert
CEO Matthias Bannert
Foto: Bannert

Einige Branchenexperten gehen davon aus, dass Automatisierung recht bald auch im Einkauf von Influencern Eingang finden wird. Umso erstaunlicher wirkt deshalb das Geschäftsmodell eines gerade gegründeten Startups. "b00st.me" heißt das junge Unternehmen und hat ein nahezu anachronistisches Motto: persönliche Vermittlung statt Algorithmus. Einer der Gründer ist der ehemalige Chefredakteur von Springers News-App "Upday".

Das Influencer-Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen und Agenturen persönlich zu beraten und die passenden Social-Media-Stars aus Instagram, Youtube und Co per Hand auszusuchen. "Die Zeiten, in denen große Budgets an seelenlose Online-Marktplätze vergeben werden, sind damit vorbei", heißt es selbstbewusst in einer Mitteilung. Ein deutlicher Seitenhieb auf die vielen Influencer-Agenturen und -Marktplätze, die sich in den vergangenen Monaten gegründet hatten und oftmals auf Basis von Algorithmen vermitteln.

"b00st.me" kann eigenen Angaben zufolge zum Start auf ein Netzwerk von etwa 1600 Influencern zurückgreifen, einige von ihnen vertritt das Startup exklusiv - darunter den Koch Kolja Kleeberg und das Radio-Comedyformat "der kleine Nils". Auf Kundenseite sind unter anderem bereits Projekte für den Online-Optiker "Edel-Optics" und Weber-Grill entstanden.
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Bild: Screenshot Youtube

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Einer der Gründer ist Matthias Bannert, ehemaliger Gründungs-Chefredakteur der Springer-News-App "Upday". Auf Nachfrage von HORIZONT Online, sagt er, das Startup verzichte bewusst auf Technologie, weil sich viele Unternehmen gerne persönlich beraten lassen würden. Ob er und seine Mitgründerin Corinna Schlag mit diesem Geschäftsmodell nicht anachronistisch handeln? Nein, sagt Bannert. "Die Frage ist, ob wir dem Zeitgeist hinterher sind oder nicht vielleicht doch schon voraus. Die Unternehmen wünschen sich neben einer persönlichen Beratung auch eine individuelle Erfolgsmessung und wollen nicht ihr Budget in seelenlosen Influencer-Marktplätze kippen."

Andreas Türck ist da anderer Meinung. Er und einige andere Marketingexperten sind sich sicher, dass Automatisierung das Trendthema auch im Bereich Influencer Marketing sein wird. 
Der ehemalige TV-Moderator und heutige Gesellschafter der Mediaagentur Pilot hatte im vergangenen Herbst das Startup Buzzbird gegründet, mit dem die Einbuchung von Influencer-Kampagnen für Werbungtreibende automatisiert werden soll. "Wir befinden uns im Zeitalter der großen Daten, da ist das händig gar nicht mehr zu leisten", so Türck bei einer Diskussionsrunde während der Digital Marketing Days in Berlin vor wenigen Wochen. Er schätzt, dass in Zukunft rund 70 Prozent aller Influencer-Kampagnen programmatisch eingebucht werden. ron

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