Zigarettenpackungen EU-Parlament macht Weg frei für Schockbilder

Dienstag, 08. Oktober 2013
Kommen nun auch nach Europa: Schockbilder wie auf australischen Zigarettenpackungen
Kommen nun auch nach Europa: Schockbilder wie auf australischen Zigarettenpackungen


Die EU-Parlamentarier haben entschieden. Künftig sollen in der EU Zigarettenpackungen nur noch mit Schockbildern und größeren Warnhinweisen vertrieben werden dürfen. Mit der Entscheidung will die EU vor allem junge Menschen vom Rauchen abhalten. Es war eine leidenschaftliche und kontroverse Diskussion, die die Abgeordneten heute geführt haben. Am Ende aber steht für die Tabakindustrie ein bitteres Ergebnis. Künftig müssen nach Willen der Volksvertreter 65 Prozent der Verpackungsfläche von Zigaretten mit Schockbildern und Warnhinweisen versehen sein. Ebenso sollen beispielsweise Hello-Kitty-Motive auf Packungen verboten werden. Mit solchen Maßnahmen wollen die Volksvertreter junge Menschen vom Rauchen fernhalten.

Zudem haben Slim-Verpackungen, die Lippenstiften ähneln, eine klare Absage erhalten, wie Berichterstatterin Linda McAvan in der Pressekonferenz sagte. "Wir wollen, dass die Verpackungen mindestens 20 Zigaretten beinhalten." Weiterhin muss die Industrie auf Aroma- und Zusatzstoffe wie Menthol verzichten. Ein schwacher Trost für die Branche. Die E-Zigarette darf weiter frei vertrieben werden. Eine Einstufung als Arzneimittel unterblieb. Im Vorfeld der Debatte hatten Industrie und Arbeitnehmervertreter massiv Druck auf das Parlament ausgeübt, wie immer wieder in der Debatte zu hören war. Zuletzt hatten sich der BDI und die Gesamtbetriebsräte der Tabakbranche gegen eine Verabschiedung der Tabakpoduktrichtlinie stark gemacht. Sie befürchten unter anderem ein Aufblühen des Schwarzmarktes, Verlust von Arbeitsplätzen und eine Entmündigung des Bürgers.

Wann die neuen Regelungen in Kraft treten, ist derzeit noch offen. Unterhändler des Parlaments müssen jetzt mit Vertretern der Mitgliedstaaten über noch strittige Details diskutieren. Nach der endgültigen Verabschiedung haben die Regierungen zwei Jahre Zeit, die Richtlinie umzusetzen. Experten rechnen nicht mit einem Inkraftreten vor 2016. mir
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