Zensur in München So souverän reagiert True Fruits auf das Verbot seiner Plakate in Bayern

Mittwoch, 31. August 2016
In München hängen nun diese Plakate von True Fruits
In München hängen nun diese Plakate von True Fruits
Foto: True Fruits

Ist die "Samenstau"-Plakatkampagne des Smoothie-Herstellers True Fruits nun witzig oder einfach nur anstößig? Während im Netz die Meinungen auseinandergehen, hat man in München darauf eine klare Antwort: Drei von vier True-Fruits-Motiven hat die bayerische Landeshauptstadt zensiert und lediglich den Slogan "Besamt & befruchtet" zugelassen. Das Bonner Unternehmen reagiert souverän auf das Verbot und präsentiert seinerseits ein neues Plakat, das die Zensur Münchens thematisiert.

Auf dem neuen Motiv teilt True Fruits mit, dass es verpflichtet wurde, seine Plakate zu zensieren, da diese "anstößige und geschmacklose Äußerungen" enthalten sollen. Das Verbot gilt für die Motive mit den Slogans "Oralverzehr - schneller kommst Du nicht zum Samengenuss", "2 Samenspender aus gutem Haus" und "Bei Samenstau schütteln". Die gleiche Entscheidung trafen übrigens auch die Stadt Stuttgart, die True Fruits und sein Out-of-Home-Partner Ströer deswegen komplett aus dem Mediaplan genommen haben, sowie die Deutsche Bahn. Auch an den Flächen der DB darf nur "Besamt & befruchtet" gezeigt werden.

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    (Bild: True Fruits)
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    (Bild: True Fruits)
Das Verbot stößt bei True-Fruits-Mitgründer und Marketingchef Nicolas Lecloux auf Unverständnis: "Warum dürfen wir als Unternehmen nicht so kommunizieren, wie wir es auch privat machen? Wir finden die Sprüche lustig. Als wir erfuhren, dass München unsere Plakate nicht erlaubt, wollten wir der Stadtverwaltung nicht klein beigeben und haben auf diese Weise gehandelt." Man lasse sich Mund und Humor nicht verbieten. Kreiert hat True Fruits die Motive allesamt inhouse. Die Münchner Einwohner kommen dennoch in den Genuss der untersagten Samensprüche, denn auf Privatgrundstücken ist deren Plakatierung erlaubt. Deswegen hat True Fruits unabhängig von Ströer auf der Briennerstraße (99 m² Plakatfläche) und der Leopoldstraße (120 m²) zwei Flächen hinzugebucht, auf denen Riesenposter mit dem Slogan "Oralverzehr - schneller kommst Du nicht zum Samengenuss" zu sehen sind. fam

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