Zenith-Prognose Online-Video pusht globalen Werbemarkt

Montag, 30. März 2015
Online-Video wächst überdurchschnittlich stark
Online-Video wächst überdurchschnittlich stark
Foto: Nicoleta Ionescu/COLOURBOX

ZenithOptimedia geht davon aus, dass die weltweiten Werbespendings im kommenden Jahr um 4,4 Prozent auf 544 Milliarden US-Dollar steigen werden. Für 2016 sagt die Agentur gar ein Wachstum von 5,3 Prozent voraus - Grund dafür seien die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro und die Präsidentschaftswahlen in den USA.
Damit korrigiert die Agentur ihre Prognose um 0,5 Prozentpunkte nach unten. Grund seien die seien rückläufigen wirtschaftlichen Entwicklungen in den Krisenregionen Russland, der Ukraine und Weißrussland sowie das verlangsamte Wachstum in China. In der Eurozone sollen die Spendings derweil stabil bleiben. Einer der größten Treiber der Entwicklung auf dem Werbemarkt ist ZenithOptimedia zufolge Online-Video. Neben der wachsenden Verbreitung mobiler Endgeräte und steigender Mobilfunk-Bandbreiten gebe es weitere Faktoren, die zum Boom dieses Segments beitragen. So investierten Agenturen verstärkt in Tracking und Messmethoden, was Werbungtreibenden am Ende mehr Sicherheit bei der Planung von Bewegtbild-Kampagnen geben soll. Auch der automatisierte Verkauf von Werbeplätzen via Programmatic Buying heize das Wachstum von Online-Bewegtbild an. Außerdem stehe das Thema bei den großen sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter derzeit ganz oben auf der Agenda.

ZenithOptimedia geht davon aus, dass Online-Video bis 2017 um durchschnittlich 29 Prozent auf 23,3 Milliarden US-Dollar wächst. Im vergangenen Jahr betrugen die weltweiten Spendings in diesem Bereich 10,9 Milliarden US-Dollar. "Online-Video vereint die Emotionalität von TV mit den effizienten Targetingmöglichkeiten und der Messgenauigkeit von digitalem Display", sagt Steve King, weltweiter CEO von ZenithOptimedia. Zwar werde TV-Werbung auf Jahre hinaus dominieren, Online-Video werde für Werbungtreibende jedoch zu einer wichtigen Ergänzung.

Eurozone stabil, China wächst langsamer

Zu den einzelnen Regionen: Das moderate Wachstum in der Eurozone von 1,5 Prozent im vergangenen Jahr soll in 2015 auf 1,6 Prozent ansteigen. In zwei Jahren soll das Plus 1,9 Prozent betragen.

In Russland machten sich vor allem die Sanktionen der USA und der EU, die Rücknahme ausländischer Investitionen und der Verfall des Ölpreises bemerkbar. Von diesen Problemen werde auch Weißrussland erfasst, für das Russland der wichtigste Handelspartner ist. In der Ukraine drückt der anhaltende Konflikt mit Russland auf die Konjunktur. In der Folge hätten sich Werbungtreibende aus diesen Regionen immer stärker zurückgezogen, während einheimische Unternehmen den Werbedruck zurückfahren. So wird der ukrainische Werbemarkt laut ZenithOptimedia in diesem Jahr um 62,3 Prozent einbrechen, während die Spendings in Russland um 16,5 Prozent zurückgehen sollen.

Von einer Rezession könne derweil in China keine Rede sein. Gleichwohl habe das Reich der Mitte sein wirtschaftliches Wachstum verlangsamt. Dennoch wachse die chinesische Wirtschaft in einem Tempo, von dem andere Nationen nur träumen könnten: Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent zugelegt habe, peile die Regierung für dieses Jahr ein Wachstum von 7,0 Prozent an. Die Werbeausgaben sollen in 2015 sogar um 9,1 Prozent steigen - und damit um mehr als das Doppelte des weltweiten Durchschnitts. Zwischen 2014 und 2017 solle das durchschnittliche Wachstum des chinesischen Werbemarktes 8,5 Prozent betragen.

Mit seiner Prognose bewegt sich ZenithOptimedia in den gleichen Sphären wie Carat, das eine Steigerung der globalen Werbespendings um 4,6 Prozent voraussagte, was einer Korrektur der Prognose um 0,4 Prozentpunkte nach unten gleichkam. Auch die Aegis-Tochter geht davon aus, dass im Jahre 2016 die Spendings die 5-Prozent-Hürde übersteigen. ire
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