Zenith-Prognose Mobile treibt den Werbemarkt zu neuen Höhenflügen

Montag, 09. Dezember 2013
Frank-Peter Lortz, Chairman von Zenith Optimedia (Bild: Agentur)
Frank-Peter Lortz, Chairman von Zenith Optimedia (Bild: Agentur)

Der globale Werbemarkt wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Das prognostiziert Zenith Optimedia in ihrem neusten Forecast "Advertising Expenditure Forecast". Durch die Verbreitung mobiler Technologien erwartet die Mediaagenturgruppe  in 2014 ein Wachstum von 5,3 Prozent.  Damit nicht genug. In den Jahren 2015 und 2016 sollen die Werbeausgaben weltweit sogar um 5,8 Prozent steigen. Zum Vergleich: In diesem Jahr erwarten die Mediaspezialisten einen Anstieg von 3,6 Prozent. Bei ihren Berechnungen geht die Gruppe von zwei Ausgangslagen aus. Zum einen sollen im kommenden Jahr die Olympischen Winterspiele, die Fußballweltmeisterschaft und die US-amerikanischen Zwischenwahlen den Markt treiben. Für die beiden folgenden Jahre geht Zenith Optimedia davon aus, dass sich vor allem die südeuropäischen Länder weiter erholen werden und keine neue Krise ausbricht.

Zum Motor der Branche wird dabei Mobile. In den kommenden drei Jahren werden laut der Studie 36 Prozent der zusätzlichen Werbeinvestitionen in mobile Werbung fließen. In diesem Jahr investieren die Unternehmen knapp drei Prozent der globalen Werbeinvestitionen in den Kanal. Bis 2016 sollen es 7,7 Prozent sein. Damit würde Mobile Radio, Zeitschriften und Außenwerbung überholen. Auf den Plätzen zwei und drei der stärksten Wachstumstreiber folgen TV mit 34 Prozent und Online mit 25 Prozent.

Für Deutschland erwartet Zenith ebenfalls ein Wachstum, allerdings längst nicht so dynamisch. Das laufende Jahr werde noch mit einem Minus von 1,1 Prozent abschließen, aber für 2014 gehe man von einem Wachstum um 1,5 Prozent aus, das sich 2015 und 2016 in Wachstumsraten von 1,3 und 1,2 Prozent fortsetze, sagt Frank-Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia. Und noch eine Botschaft hat der Manager für den hiesigen Markt parat. 2015 wird die Onlinewerbung erstmals die Zeitungswerbung übertreffen. Dann fließen 4,63 Milliarden Euro ins Web und 4,61 Milliarden Euro in die Zeitungen.

"Für das Zeitungsland Deutschland wird damit eine neue Ära eingeläutet", sagt Lortz. Begleitet wird diese Entwicklung von einem weiteren Anstieg der Smartphone-Verbreitung. Sie steigt von 40,5 Prozent in diesem Jahr auf 67,5 Prozent in
2016. Zudem erhöht sich die Tablet-Nutzung von 16,5 Prozent auf 29,5 Prozent. Um die Kunden zu erreichen, müsse die Branche aber noch stärker umdenken, fordert Lortz. "Wir hinken  in Deutschland der globalen Entwicklung hinterher, was das Angebot an attraktiven, akzeptierten und wirksamen mobilen Werbeformen angeht. Globale Player wie Facebook zeigen, wie mobile Werbung funktionieren kann. Die deutschen Publisher haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen." mir
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