Zalando "Bilanz" meldet Fahrplan für Börsengang des Modehändlers

Donnerstag, 08. Mai 2014
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Die Hinweise verdichteten sich schon seit einiger Zeit, dass der Zalando-Börsengang nicht mehr weit entfernt ist. Jetzt meldet das neue Wirtschaftsmagazin "Bilanz" den konkreten Fahrplan. Im 3. Quartal 2014 soll es an der US-Technologiebörse Nasdaq losgehen. Darauf habe sich das Zalando-Management bei einem Treffen in Berlin geeinigt. Klappt der große Zahltag an der Börse, sind die Folgen für die Marke kaum abzusehen.
In jedem Fall geht es bei diesem Börsengang um einen Milliardenbetrag. Zalandos Hauptinvestor, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, hatte den Wert des Unternehmens zuletzt auf 3,9 Milliarden Euro veranschlagt. Zudem kann der Onlinehändler gemessen am Umsatz eine attraktive Wachstumsgeschichte präsentieren. 2013 erzielte Zalando mit 1,8 Milliarden Euro Umsatz ein Plus von 52 Prozent im Vorjahresvergleich. Das ist zwar ein deutlich kleineres Wachstum als 2011 und 2012, als sich der Umsatz jeweils verdoppelte, signalisiert aber, das das Unternehmen sein volles Potenzial immer noch nicht erreicht hat.

Diese Aussage lässt sich allerdings auch auf die Gewinnsituation des Onlinehändlers übertragen. Bisher konnte Zalando nur für sein Deutschlandgeschäft schwarze Zahlen vorweisen. Der Gesamtkonzern machte 2013 einen Verlust von 118 Millionen Euro. Von künftigen Aktionären des Unternehmens würde also eine gewisse Leidensfähigkeit in Bezug auf die Profitabilität erwartet. Denn aktuell ist Zalando zwar in Europa schon stark, baut aber erst seine Präsenz in anderen Teilen der Welt auf. Für eine globale E-Commerce-Marke, die langfristig mit Konkurrenten wie Amazon oder Ebay konkurrieren will, wäre aber ein globales Profil Pflicht.

In etablierten Märkten könnte der neue Cash-Flow Zalando eine weitere Expansion in der Sortimentsbreite ermöglichen. Schon jetzt versteht sich der frühere Online-Schuhhändler als E-Commerce für Mode und Lifestyle-Produkte - ein Label das reichlich Interpretationsspielraum lässt. Mit neuen Finanzressourcen ließe sich die aktuell angebotene Produktpalette deutlich ausbauen.

Nur im Werbeauftritt, der in der Anfangszeit die Wahrnehmung der Marke Zalando prägte, dürfte sich durch den Börsengang nicht Grundsätzliches ändern. Schon jetzt hat Jung von Matt/Fleet die zuvor vor allem auf Neukunden-Akquise zielende Kampagne in ruhigere Gewässer überführt, um die Wertschöpfung der Marke zu erhöhen. cam
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