ZAW Prognose Werbemarkt soll 2016 um rund 2 Prozent wachsen

Donnerstag, 19. Mai 2016
ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina ist "nicht unzufrieden" mit dem Werbejahr 2015
ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina ist "nicht unzufrieden" mit dem Werbejahr 2015
Foto: ZAW

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zeigt sich für 2016 optimistisch: Für das laufende Jahr geht der Dachverband von einem Wachstum der Werbewirtschaft um etwa zwei Prozent aus. Das wäre mehr als im Werbejahr 2015, als die Gesamtbranche der kommerziellen Kommunikation hierzulande in den vom ZAW erfassten Bereichen um ein Prozent auf 44,8 Milliarden Euro gewachsen ist. Hinzu kommt: Die Stimmung in der Branche ist so gut wie seit fünf Jahren nicht.
In der Frühjahrsbefragung 2016 bewerten die Mitgliedsorganisationen der werbenden Wirtschaft, Medien, Agenturen, Werbeberufe und -wissenschaft die aktuelle Lage im Mittel als befriedigend - der beste Stimmungswert der Gesamtbranche seit fünf Jahren. Grund dafür: die starke deutsche Wirtschaft. Auch die Werbebranche bekam das im vergangenen Jahr zu spüren. Die Investitionen in mediale Werbung stiegen 2015 auf 25,45 Milliarden Euro und damit um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund zwei Drittel dieser Ausgaben flossen den zwölf vom ZAW erfassten Medien zu: 15,21 Milliarden Euro bedeuten einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent gegenüber 2014.
Die vom ZAW erfassten Werbetrräger im Detail
Die vom ZAW erfassten Werbetrräger im Detail (Bild: dfv)
Die Werbeträger entwickeln sich dabei unterschiedlich: Die Umsätze des weiterhin größten Mediums Fernsehen stiegen um drei Prozent auf 4,42 Milliarden Euro. Noch stärker war der Zuwachs bei Online und Mobile - um sechs Prozent auf 1,42 Milliarden Euro, in der Außenwerbung (um mehr als acht Prozent auf erstmals über eine Milliarde Euro) und in der Kinowerbung (um gut 18 Prozent auf 95,14 Millionen Euro). Die rückläufige Entwicklung bei den Printmedien vollzieht sich parallel zu einem stetigen Ausbau des digitalen Werbegeschäfts der Branche.
Weitere Werbeträger, die nicht vom ZAW erfasst werden
Weitere Werbeträger, die nicht vom ZAW erfasst werden (Bild: dfv)
"Natürlich wäre uns ein Plus vor der Gesamtzahl lieber. Aber im Gegensatz zum Vorjahr verzeichnen 2015 sechs Werbeträger ein Wachstum, fünf einen Rückgang. 2014 war dieses Verhältnis noch vier zu sieben. Wir sind also nicht unzufrieden", beurteilt ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina die Zahlen. Damit das so bleibt, hofft der Dachverband auf politische Unterstützung: "Stabilität und Wachstum im Werbemarkt gehen nur mit den richtigen Rahmenbedingungen", sagt Andreas F. Schubert, Präsident des ZAW. "Die Politik muss ihre Aufgabe wahrnehmen, Werbung in einer souveränen Gesellschaft zu fördern: Für Innovationskraft, Produktqualität und ein sachgerechtes Preisniveau ist Werbung unverzichtbar." Schubert fordert die politischen Parteien auf, den Wert kommerzieller Kommunikation in ihren Programmen für die Bundestagswahl 2017 zu berücksichtigen. fam
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