Yougov-Studie Wie Werbungtreibende das andere Ufer erreichen

Montag, 03. April 2017
Schwule Pärchen wie in diesem VW-Spot sind eher die Ausnahme
Schwule Pärchen wie in diesem VW-Spot sind eher die Ausnahme
Foto: Volkswagen
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Homo- oder Bisexuelle finden in der Werbung meist nur als sympathische Exoten statt - als eigene Zielgruppe werden sie dagegen kaum angesprochen. Dabei stellen die rund 6 Millionen bekennenden Nicht-Heteros eine attraktive und kosumfreudige Zielgruppe dar. Das geht aus dem Report "Neue Ufer in der Kommunikation" von Yougov hervor. 
So gibt es unter den Homo- und Bisexuellen deutlich mehr Early Adopter als im Durchschnitt der deutschen Bevölkerung: Immerhin 14 Prozent kaufen sich neue technische Produkte direkt nach der Markteinführung. Zudem ist der Anteil der Konsumenten, die bei einer Neuanschaffung nicht darauf warten, bis alte Geräte den Geist aufgeben, in dieser Zielgruppe deutlich höher als im Durchschnitt der Bevölkerung. Auch kulturell sind Schwule, Lesben und Bisexuelle wesentlich aufgeschlossener als der Rest der Bevölkerung und zeigen ein hohes Interesse an Kunst und Kultur.
„Unternehmen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit gezielten Kampagnen an die LGB-Community richten, verschenken großes Potenzial.“
Markus Braun

"Unternehmen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit gezielten Kampagnen an die LGB-Community richten, verschenken großes Potenzial", sagt Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov. "Wer diese große, konsumfreudige und trendbewusste Zielgruppe nicht ernst nimmt und in seinem Marketing ausspart, verzichtet auf wertvolle Multiplikatoren-Effekte." 

Erreichen können Werbungtreibende diese Zielgruppe am besten über digitale Kanäle: Angehörige der LGB-Community nehmen Werbung hauptsächlich im Internet wahr (21 Prozent vs. 15 Prozent in der Gesamtbevölkerung), während Werbung im Fernsehen in dieser Zielgruppe deutlich weniger registriert wird als vom Bevölkerungsschnitt (19 Prozent vs. 26 Prozent). Auch Blogs und On-Demand-Plattformen wie Spotify und Youtube werden überdurchschnittlich oft genutzt. 

Generell fühlen sich Homo- und Bisexuelle von der Werbung, die meist auf klassische Rollenbilder und Paarbeziehungen abzielt, aber oft nicht angesprochen: Fast die Hälfte (43 Prozent) der Befragten finden ihren Lebensstil in der Werbung nicht wieder. dh
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