Yes we fly So wirbt Air Berlin für den neuen Airline-Verbund mit Niki

Mittwoch, 07. Dezember 2016
Air Berlin steht vor einem massiven Umbau
Air Berlin steht vor einem massiven Umbau
Foto: Air Berlin
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Air Berlin TUIfly Stefan Pichler


Air Berlin trennt sich vom saisonalen Touristik-Geschäft und will sich stattdessen stärker auf die Langstrecke konzentrieren. Dafür verkaufte die kriselnde Airline nun ihren 49-prozentigen Anteil an der österreichischen Billigfluglinie Niki an Großaktionär Etihad. Diese wird Niki im kommenden Jahr in eine neue Ferienflieger-Allianz gemeinsam mit Tuifly überführen. Urlaubsflüge, die bei Air Berlin gebucht werden, führt dann künftig Niki durch. Um das neue Konstrukt zu klären, startet Air Berlin nun eine Werbekampagne.
Das Motiv erklärt den Kunden, dass sie zwar weiterhin ihre Urlaubsreisen ins europäische Ausland bei Air Berlin buchen können. Durchgeführt werden die Flüge ab dem Sommerflugplan 2017 allerdings von Niki, das dann wie Tuifly zu dem neuen Ferienflieger unter dem Dach von Etihad gehört. Als "die beste Nachricht seit Langem" wird das neue Angebot angepriesen. Die Kampagne startet am 7. Dezember mit Anzeigen in deutschen Tageszeitungen, darunter "Die Welt", "Welt am Sonntag", "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt", "FAZ", "FAS", "Rheinische Post", "Süddeutsche", "Die Zeit" und "Bild". Auch in den Fachmagazinen "fvw" und "travel talk" wird die Anzeige erscheinen.
Die Anzeige erscheint in zahlreichen deutschen Tageszeitungen
Die Anzeige erscheint in zahlreichen deutschen Tageszeitungen (Bild: Air Berlin)
Um das Konstrukt zu ermöglichen, hat Air Berlin ihren 49-prozentigen Niki-Anteil für 300 Millionen Euro an Etihad verkauft. Ziel: Sich stärker auf die Langstrecke konzentrieren und Kosten sparen. "Mit dieser Transaktion vereinfachen wir unser Geschäftsmodell, machen uns unabhängiger von saisonalen Flugzielen und verbessern unsere finanzielle Situation", sagt Air Berlin-Chef Stefan Pichler. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der nötigen behördlichen Genehmigungen. Air Berlin wird künftig Flüge innerhalb Deutschlands, in europäische Metropolen und zu Langstreckenzielen in den USA, der Karibik und den Nahen Osten durchführen. Im Gegenzug überträgt Deutschlands zweitgrößte Airline ihre Verbindungen nach Spanien, Portugal, Griechenland, Marokko, Ägypten und die Türkei an Niki. Die österreichische Airline, 2003 aus der Konkursmasse der Aero Loyad hervorgegangen und vom Ex-Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda übernommen, wird gemeinsam mit Tuifly ab dem kommenden Jahr in eine neue Ferienfluggesellschaft überführt. Diese wird aus gut 60 Flugzeugen bestehen - rund 40 Flugzeuge davon sind von Tuifly, weitere 20 von Niki. Derzeit sind noch 14 Tuifly-Maschinen für Air Berlin im Rahmen einer so genannten Wet-Lease-Vereinbarung unterwegs. Diese wird mit dem Niki-Verkauf aufgehoben.
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Der Aufsichtsrat von Tuifly hatte dem neuen Airline-Konstrukt mit Etihad Ende November zugestimmt. Unter den Beschäftigten der deutschen Airline hatte das für großen Unmut gesorgt, fürchtet man doch einen Arbeitsplatzabbau. Als das Vorhaben im Oktober bekannt geworden war, hatten sich zahlreiche Tuifly-Mitarbeiter krank gemeldet - in der Folge fielen viele Flüge aus. ire
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