"Yes Weiss Can" Rassismusvorwürfe gegen Ferrero

Mittwoch, 28. August 2013
"Yes Weiss Can": Ferrero sieht sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert
"Yes Weiss Can": Ferrero sieht sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert

Ferrero hat sich mit seiner neuen TV-Kampagne für die weißen Ferrero Küsschen gehörig in die Nesseln gesetzt. Grund sind Sprüche wie "Yes Weiss Can", "Weiss muss bleiben" und "Deutschland wählt weiss", mit denen die Pralinen aus weißer Schokolade seit Mitte dieser Woche im TV beworben werden. Kritiker werfen dem Süßwarenkonzern Rassismus vor.
"Es gibt einige eindeutig rassistische Anspielungen", erklärt Wulf D. Hund, emeritierter Professor der Uni Hamburg im Gespräch mit der Online-Ausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch die Abwandlung des Wahlkampfslogans von US-Präsident Barack Obama "Yes we Can" ging aus Sicht von Hundt in die Hose. "In den USA konnte ein Schwarzer die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen, in dem Clip hingegen gilt: Deutschland muss weiß bleiben", so der Rassismusforscher gegenüber noz.de. Dahinter stecke der Gedanke von der Überlegenheit der Weißen, wie sie von Rassisten vertreten werde, so der Professor.

Auch die Nutzer von HORIZONT.NET bewerten den von M&C Saatchi, Berlin, entwickelten Spot kritisch. "Ich sehe wachsende Marktanteile für Ferrero in Berlin-Hellersdorf, Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda ...", spielt ein User auf die fremdenfeindlichen Übergriffe in diesen Städten an. "Ich finde den Spot unangebracht, und rassistisch", schreibt eine Userin auf der Facebook-Seite von HORIZONT.NET. "Denken Werbetreibende überhaupt nicht mehr nach?", fragt ein anderer User angesichts der unglücklichen Sprüche in dem Spot.

Ferrero hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Auf eine Anfrage von HORIZONT.NET hat der Konzern noch nicht reagiert. mas
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