Yahoo COO Henrique de Castro geht schon wieder

Donnerstag, 16. Januar 2014
Yahoo-CEO Marissa Mayer muss sich einen neuen COO suchen (Bild: Yahoo)
Yahoo-CEO Marissa Mayer muss sich einen neuen COO suchen (Bild: Yahoo)


Er war Marissa Mayers erste große Neuverpflichtung, nachdem sie 2012 als CEO bei Yahoo angefangen hatte, nun ist Henrique de Castro schon wieder weg: Wie das Unternehmen in einer Börsenmitteilung erklärte, wird der als Chief Operating Officer von Google geholte Top-Manager Yahoo verlassen. Gründe nennt das Unternehmen keine - sie könnten aber im nach wie vor schwächelnden Werbegeschäft liegen. Denn Mayer hatte de Castro geholt, damit der ausgewiesene Werbeexperte hierbei die Trendwende schafft. Sein vorzeitiger Abgang - de Castros Vertrag war auf vier Jahre angesetzt - spricht allerdings dafür, dass dies nicht gelungen ist. So nahmen die Erlöse aus Display-Werbung im 3. Quartal 2013 um 7 Prozent ab. Am 28. Januar verkündet Yahoo die Zahlen für das letzte Quartal das abgelaufenen Jahres. Satte Zuwächse bei Onlinewerbung dürften dabei kaum vermeldet werden, schätzt "Handelsblatt"-Redakteur Axel Postinett.

Dass Yahoo gegenüber den großen Rivalen Facebook und Google immer mehr an Boden verloren hat, habe schon nach wenigen Monaten für Spannungen zwischen Mayer und de Castro gesorgt, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider berichtet. Entsprechend verlief die Trennung Yahoos von ihrem COO wohl auch nicht unbedingt einvernehmlich. Das Tech-Portal "Re/Code" hat eine E-Mail veröffentlicht, mit der Mayer ihre Mitarbeiter über die Trennung von de Castro informiert haben soll. Darin heißt es, sie habe "die schwierige Entscheidung getroffen, dass unser COO, Henrique de Castro, gehen muss." Das klingt nach Rauswurf.

De Castro fällt jedoch möglicherweise sehr weich: Laut Berechnungen des Vergütungsspezialisten Mark Reilly für das "Wall Street Journal" könnte sich seine Abfindung auf 42,1 Millionen Dollar belaufen. ire
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