"Wir liefern auch nach Landsberg" Wie Lieferheld Uli Hoeneß veräppelt

Dienstag, 03. Juni 2014
Das Motiv erschien in der "Bild" in Bayern (Bild: Lieferheld)
Das Motiv erschien in der "Bild" in Bayern (Bild: Lieferheld)

Hohn und Spott musste Uli Hoeneß während seines Steuer-Prozesses schon reichlich über sich ergehen lassen. Nun hat der ehemalige Präsident des FC Bayern München seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg angetreten. Für den Essensversand Lieferheld ein Grund, den prominenten Häftling kurzerhand als Testimonial wider Willen einzuspannen. Erschienen ist das entsprechende Werbemotiv in der "Bild" - jener Zeitung, die heute mit einem Exklusiv-Interview mit Hoeneß aufmacht. "Uli, wir liefern auch Landsberg" ist die inhouse entwickelte Anzeige betitelt, die einen in orange gekleideten Zelleninsassen mit lichtem Haupthaar und rot-weißem Fanschal von hinten zeigt. An der Zellenwand sind Sprüche wie "Watzke, Daum und Westerwell bitte nicht in meine Zelle" zu lesen. Eine ähnliche Mechanik verwendete Lieferheld auch schon bei einer Anzeige, die den Skiunfall von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Anlass nahm. Hintergrund des heute in der bayerischen Auflage der "Bild" erschienenen Motivs: Nach eigenen Angaben kann Lieferheld über fünf in der Nähe der JVA angesiedelte Partner-Restaurants tatsächlich Mahlzeiten in das Gefängnis liefern. Die Belieferung durch externe Dienstleister sei dort prinzipell erlaubt.

Das Motiv soll die Botschaft der TV-Kampagne unterstreichen, in der Lieferheld Mahlzeiten an die unmöglichsten Orte liefert - darunter auch einTodestrakt. "Uli Hoeneß hat schon oft Sinn für Humor bewiesen, den wird er sicher auch hier zeigen. Und vielleicht steht ihm der Sinn ja wirklich bald nach Abwechslung von der Gefängnis-Kost und bestellt bei uns. Wir sind bereit", so Lieferheld-CEO David Rodriguez. Ein Ex-Insasse hat allerdings kürzlich gegenüber Spiegel Online zu Protokoll gegeben, dass das Essen in der Anstalt ordentlich sei und er deswegen nie etwas von außerhalb bestellt habe.

Uli Hoeneß ist auch ohne das Werbemotiv das Top-Thema in der heutigen "Bild": Bundesweit macht die Boulevardzeitung mit dem Exklusiv-Interview auf, das der stellvertretende Chefredakteur Matthias Brügelmann mit dem prominenten Neu-Häftling via Telefon führte, als dieser auf dem Weg in die JVA war."Es ist völlig in Ordnung, dass es jetzt nach Landsberg geht", sagt Hoeneß in dem Interview, das sich größtenteils um die Modalitäten von seinem Haftantritt dreht. ire
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