Whitelist gegen Fake News Vodafone verschärft seine Gangart gegen fragwürdige Umfelder

Donnerstag, 08. Juni 2017
Vodafone verschärft seine Gangart gegen Fake News
Vodafone verschärft seine Gangart gegen Fake News
Foto: Vodafone Deutschland

Vodafone setzt auf drastische Mittel, um zu verhindern, dass seine Werbung in fragwürdigen Umfeldern erscheint. Da die technischen Maßnahmen von Facebook und Google alleine nicht ausreichen, arbeitet der Telekommunikationsriese an einer Whitelist, die definiert, auf welchen Seiten Werbung von Vodafone ausgespielt werden darf. Das berichtet der "Guardian".
"Wenn es um die Beurteilung von Websites geht, die Fake News und Hate Speech verbreiten, braucht man menschliches Urteilsvermögen, eine redaktionelle Überprüfung. Wir können uns nicht allein auf Algorithmen verlassen", erklärt Vodafone-Manager Matt Peacock im "Guardian". Man habe daher entschieden, dass eine Whitelist der beste Weg sei, um die Brand Safety von Vodafone zu gewährleisten.  Dabei sollen die Kriterien, nach denen Vodafone zulässige Websites selektiert, recht großzügig sein. So werden lediglich Websites ausgeschlossen, deren "vorherrschender Zweck" die Verbreitung von Falschnachrichten oder Hassbotschaften ist. Die grundlegende politische Ausrichtung soll dagegen keine Rolle spielen - selbst eindeutig rechts- oder linksgerichtete Websites werden als Werbeumfelder akzeptiert, solange sie die Regeln von Vodafone nicht regelmäßig verletzen. 

Bei der Erarbeitung der Liste zulässiger Websites arbeitet Vodafone mit Facebook und Google sowie seinen Agenturen zusammen. Facebook unterstützt den Telekomriesen eigenen Aussagen zufolge bei seinem Ansatz, Google ließ eine Anfrage des "Guardian" bislang unbeantwortet. 

Die beiden Internetriesen waren in den vergangenen Monaten in die Kritik geraten, nicht genug gegen Websites zu unternehmen, die Falschnachrichten und Hassbotschaften verbreiten. Zahlreiche Unternehmen hatten daraufhin ihre Werbung bei Facebook und Google sowie deren Tochter Youtube gestoppt. Beide Unternehmen haben zugesichert, ihre Anstrengungen im Kampf gegen Fake News zu verstärken. dh
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