Werbeverbote Verbände erwarten Komplett-Aus für Tabakwerbung

Donnerstag, 02. April 2015
GWA-Präsident Wolf-Ingomar Faecks erwartet vollständiges Werbeverbot für Tabakprodukte
GWA-Präsident Wolf-Ingomar Faecks erwartet vollständiges Werbeverbot für Tabakprodukte
Foto: Saoient Nitro

Es war ein Satz, der mehr oder weniger beiläufig fiel. "In Deutschland wird ein komplettes Tabakwerbeverbot kommen", sagt GWA-Präsident Wolf-Ingomar Faecks im Rahmen der Frühjahrsmonitor-Pressekonferenz Anfang der Woche in Frankfurt. Es gebe deutliche Signale dafür, dass noch in diesem Jahr ein entsprechender Gesetzesentwurf vorgelegt werde, der die bestehenden Werbemöglichkeiten auf Plakaten und im Kino verbieten soll. Entsprechende Hinweise würden dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) vorliegen, so Faecks.
Ein ZAW-Sprecher bestätigt, von entsprechenden Überlegungen zu wissen, weist aber darauf hin, dass man erst den entsprechenden Referentenentwurf abwarten müsse. Offenbar ist geplant, im Zuge der Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie in nationales Recht bis Mai 2016 auch das Thema Werbung noch einmal anzufassen. Aus dem zuständigen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft heißt es dazu: "Es ist zu erwarten, dass im Zusammenhang mit dem neuen Tabakgesetz auch die Ausgestaltung der Tabakwerbung diskutiert werden wird. Welche Art der Werbung von einem möglichen Verbot betroffen sein würde, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen", teilt eine Pressereferentin aus dem Ministerium mit. Kein Geheimnis ist, dass sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) schon mehrfach für ein vollständiges Tabakwerbeverbot in Deutschland ausgesprochen hat. Ein solches Verbot gibt es überall in der Europäischen Union, nur nicht hierzulande und in Bulgarien. Aus der Kommunikationsbranche wären vor allem die Außenwerber, die Kinovermarkter und die für die Hersteller tätigen Agenturen betroffen. So hat BBDO Germany unter dem Label Proximity Worldwide erst im vorigen Jahr ein rund 80 Mitarbeiter starkes Team für den Kunden Imperial Tobacco Group etabliert.

Ob es tatsächlich zu der Verschärfung kommt, ist noch unklar. In der Bundesregierung scheint weitgehende Einigkeit zu herrschen, die Regeln zu verschärfen. Lediglich das Wirtschaftsministerium ist wohl noch nicht überzeugt. mam
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