Werbetrend Kaufland will es wissen, Procter & Gamble shiftet

Freitag, 26. Mai 2017
Die Kaufland-Zentrale
Die Kaufland-Zentrale
Foto: Kaufland

Das Werbeklima hierzulande bleibt freundlich. Nach den aktuellen Zahlen von Nielsen haben die Werbungtreibenden in den ersten vier Monaten des Jahres 9,7 Milliarden Euro investiert. Das ist ein Plus von 1,3 Prozent. Besonders aktiv ist aktuell Kaufland.
Die Branche ist gut gelaunt. Das zeigte sich vergangene Woche beim traditionellen Plenum der Werbung, veranstaltet vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft. Das bedeutet nicht, dass alles in bester Ordnung ist. Die mahnenden Worte von ZAW-Präsident Andreas F. Schubert an die Politik, mehr Werbefreiheit zu wagen statt mehr Restriktionen, machen deutlich, dass Verbände und Unternehmen durchaus gespannt auf die Pläne der Parteien in den kommenden Wochen blicken. Auf die Spendings hat das derzeit noch keine Auswirkungen. Im Gegenteil. Beispiel die Schwarz-Gruppe mit ihren Marken Kaufland und Lidl. Kaufland hat seine Investitionen um 185 Prozent auf rund 58 Millionen Euro hochgefahren. Bei Lidl meldet Nielsen 90 Millionen, ein Plus von über 28 Prozent. Allein bei den Tageszeitungen, die aktuell mit 1,5 Milliarden Euro bei den Werbeeinnahmen ein Minus von 2,6 Prozent aufweisen, hat Kaufland 38 Millionen gelassen.

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Beispiel Procter & Gamble. Der Schwalbacher Konsumgüterriese sorgt seit Wochen für Schlagzeilen, zuletzt mit seiner Entscheidung im Mediapitch. Über 268 Millionen hat das Unternehmen bislang investiert und so mancher Wettbewerber stöhnt in Gesprächen heimlich über die Power, mit der Procter derzeit unterwegs ist. Allerdings ist das nicht mehr in jedem Kanal der Fall. Während P&G die Investitionen in TV um 65 Millionen auf 253 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum angehoben hat, liegt der Konsumgüterriese bei der Web-Werbung nur noch knapp über der 5-Millionen-Euro-Grenze. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat das Dickschiff satte 21,2 Millionen aus dem Markt genommen. Damit hat das Unternehmen seinen Teil dazu beigetragen, dass die Gattung Internet, bei der Nielsen beispielsweise nicht das Suchmaschinenmarketing erfasst, ein Minus von fast 4 Prozent meldet.

Beispiel 1&1 Internet. Der Telekommunikationsanbieter hat seine Ausgaben auf 51,4 Prozent angehoben. Insgesamt haben nur acht Unternehmen ihren Werbedruck reduziert, wobei auch hier gilt: Nielsen erfasst in seinen Analysen nicht alle Kanäle oder Marketingtools.

Gleichwohl gilt: Bei den Magazinen haben die Marktforscher mit 1,1 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 1,3 Prozent errechnet. Bei den Tageszeitungen steht ein Minus von 2,6 Prozent. Lieblingskind der Unternehmen ist aber nach wie vor Mobile: 43,4 Prozent legt die Gattung zu. mir


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