Werberat rügt Diskriminierung Unternehmen setzen auf Arschgeweih und nackte Haut

Freitag, 19. September 2014
Ein praller Po wirbt für die Fahrschule Light - Diskriminierend, sagt der Werberat
Ein praller Po wirbt für die Fahrschule Light - Diskriminierend, sagt der Werberat
Foto: Werberat

Sex sells heißt es so schön. Marketer nutzen immer wieder gerne erotische Anspielungen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dumm nur, wenn die Motive Frauen herabwürdigen und den Werberat auf den Plan rufen. Das Selbstverpflichtungsorgan der Werbewirtschaft rügt erneut vier Unternehmen öffentlich.

Diesmal trifft es Schuh Mayr aus Bad Tölz in Bayern, die Fahrschule Light aus Berlin, das Bauteam Zeuch aus Dresden und Magdetour aus Magdeburg. In allen vier Fällen werden in der Kommunikation nach Ansicht des Werberats Frauen diskriminiert und herabgewürdigt.

Schuh Mayr etwa setzt in einer Printanzeige auf Arschgeweih und billige Posen im String sowie die Zeile "Heiße Preise im SSV". Schuhe sind dagegen nicht zu sehen. "Auch wenn das Werbemotiv wegen des zwischenzeitlich ausgelaufenen Schlussverkaufs aktuell nicht mehr geschaltet wird, behält die öffentliche Rüge ihre Signalwirkung gegenüber eventuellen Folgekampagnen des kritisierten Unternehmens oder möglichen Nachahmern", sagt Julia Busse, Geschäftsführerin des Werberats.
Ein praller Po wirbt für die Fahrschule Light - Diskriminierend, sagt der Werberat
Ein praller Po wirbt für die Fahrschule Light - Diskriminierend, sagt der Werberat (Bild: Werberat)
Die Fahrschule Light aus Berlin bewirbt ihre Dienstleistung auf Fahrzeuganhängern mit einem weiblichen Gesäß in knappen Hotpants großformatig und ohne Produktbezug. Der doppeldeutige Slogan dazu: "Unser pralles Angebot". Gegen die Außenwerbung gab es Beschwerden von Konsumenten. Für den Werberat nachvollziehbar. Er stuft das Motiv als frauenherabwürdigend ein.Eine in Bausignalband eingewickelte nackte Frau dient Bauteam Zeuch auf einem Firmenfahrzeug als Blickfang. Auch hier gibt es für den Werberat keinerlei Produktbezug. Zudem zeigte sich das Unternehmen auf Anfragen hin wenig einsichtig. Deshalb greift das Gremium zu seinem schärfsten Schwert: der öffentlichen Rüge.
Das Motiv von Magdetour würdigt ebenfalls Frauen herab
Das Motiv von Magdetour würdigt ebenfalls Frauen herab (Bild: Werberat)
Ähnlich liegt der Fall bei bei Magdetour. Das Unternehmen wirbt auf ihrem LKW mit dem Slogan "Fahr nicht hinterher! Steig vorne ein!", daneben eine sich auf einer Matratze lasziv räkelnden Frau. Auch hier gab es Beschwerden von Konsumenten. Mit den Beschwerdeführern einig war sich der Werberat bei der Beurteilung: Frauen würden ohne jeglichen Produktbezug als Blickfang benutzt, der Werbetext in Kombination mit dem Motiv sei übertrieben sexualisierend. mir
Keine Schuhe, dafür aber knappe Strings: Schuh Mayr kassiert für dieses Motiv eine Rüge
Keine Schuhe, dafür aber knappe Strings: Schuh Mayr kassiert für dieses Motiv eine Rüge (Bild: Werberat)

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