Werberat Drei Rügen für frauenfeindliche Werbung

Donnerstag, 03. Juli 2014
Das Plakat von Altenburger kommt eben nicht gut, findet der Werberat
Das Plakat von Altenburger kommt eben nicht gut, findet der Werberat


Brüste und Po erregen immer. Männer. Frauen. Und wenn es ganz billig kommt auch den Werberat. Das Selbstkontrollorgan der deutschen Werbewirtschaft rügt erneut öffentlich drei Unternehmen wegen frauendiskriminierender Werbung. Betroffen sind Zeitzer Gerüstbau aus Zeitz (Sachsen-Anhalt), Joker aus Braunschweig (Niedersachsen) sowie die Altenburger Brauerei (Thüringen). Das beanstandete Plakat des Zeitzer Gerüstbauunternehmens zeigt eine lasziv posierende Frau in Dessous zwischen den Werbezeilen "Blaue Pillen verteilen wir nicht! ...aber wir bringen Sie trotzdem hoch!" Für das Unternehmen mag so etwas lustig sein, für den Werberat es das nicht. Er stuft das Motiv als sexistisch ein, weil es Frauen herabwürdigt: "Das abgebildete weibliche Model werde als sexuell verfügbares Objekt dargestellt, das mit Hilfe des Potenzmittels Viagra entsprechend 'benutzt' werden könne", heißt es in der Erklärung. Da das Unternehmen nicht auf die Werbung verzichten will, rügt der Werberat jetzt öffentlich.

Das Motiv von Zeitzer Gerüstbau würdigt laut Werberat Frauen herab
Das Motiv von Zeitzer Gerüstbau würdigt laut Werberat Frauen herab

Ähnliches passiert bei der Außenwerbung von Joker. Das Unternehmen bewirbt mit dem Dekolleté einer Frau das größte Bowlingcenter Niedersachsens. Das wertet der Werberat als frauenherabwürdigend, weil zwischen Produkt und Motiv kein Zusammenhang besteht. Kritik und eine Rüge fängt sich zudem die Plakatwerbung der Altenburger Brauerei ein. Ein Motiv zeigt dominant den Rücken eines weiblichen Models im String, daneben eine Bierflasche mit dem Text: "Das kommt gut." Der Werberat teilt mit seiner Rüge die Kritik aus der Bevölkerung, der fast nackte Po werde lediglich als Hingucker benutzt. Es wird, so das Gremium, der Eindruck der sexuellen Verfügbarkeit des Models erweckt. Den Eindruck verstärkt eine weitere Zeile: "Altenburger - du willst es doch auch". Trotzdem wollte die Brauerei die Werbung zunächst nicht ändern, verzichtet aber dann wenigstens auf den Einsatz des Motivs bei einem Sommergewinnspiel. Das Plakat soll dagegen vereinzelt regional geschaltet werden.

Hier besteht kein Zusammenhang zwischen Produkt und Motiv
Hier besteht kein Zusammenhang zwischen Produkt und Motiv


Der Werberat rügt dennoch: "Auch wenn das Unternehmen sich in gewissem Maße einsichtig zeigte, müssen wir öffentlich rügen. Nur teilweise dem Votum des Werberats Folge zu leisten, reicht nicht aus", erklärte Julia Busse, Geschäftsführerin der Selbstkontrolleinrichtung. Das neue Motiv für das Gewinnspiel zeigt übrigens jetzt eine junge Frau im Bikini, die nassgespritzt wird. Die Zeile dazu: "Gewinnen kommt gut." Gute Werbung übrigens auch. mir
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