Werbemelder.in So will Pinkstinks sexistische Werbung in Deutschland anprangern

Mittwoch, 11. Oktober 2017
Auf Werbemelder.in soll sexistische Werbung für eine möglichst breite Masse sichtbar gemacht werden
Auf Werbemelder.in soll sexistische Werbung für eine möglichst breite Masse sichtbar gemacht werden
© Pinkstinks

In den vergangenen Jahren ist Pinkstinks vor allem mit ihren Protesten zur Pro-Sieben-Show "Germany's Next Topmodel" aufgefallen. Pünktlich zum heutigen Weltmädchentag launcht die Lobbygruppe eine Website, auf der sexistische Werbung gesammelt und angeprangert werden soll. Das Monitoring-Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Auf der Website Werbemelder.in werden künftig Fotos von sexistischen Werbemotiven auf einer interaktiven Deutschlandkarte gesammelt, die Menschen aus dem ganzen Land einschicken. Dabei ordnet Pinkstinks die Einsendungen in die Kategorien "sexistisch", "nicht-sexistisch" und "stereotyp" ein. Zudem kommentiert die Organisation jeweils, was sie gegen die Motive unternehmen wird und ob das jeweilige Unternehmen die Werbung zurückgezogen hat.
„Frauen als nackte Dekoration neben die Bierflasche zu setzen ist nicht zeitgemäß für ein Land, das sich aktiv für Gleichberechtigung einsetzt.“
Stevie Meriel Schmiedel
"Geschlechterklischees und Sexismus in der Werbung und in den Medien sind überall präsent", sagt Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesfamilienministeriums. "Wenn wir wollen, dass Frauen nicht nur als Deko oder schlimmer noch als verfügbares Gut wahrgenommen werden, dann müssen wir diejenigen unterstützen, die das aktiv einfordern. Dazu gehört die Initiative von Pinkstinks. Sie leistet einen Beitrag, um Rollenbilder und damit die Stellung von Frauen in der Gesellschaft zu verändern." Pinkstinks-Geschäftsführerin Stevie Meriel Schmiedel ergänzt: "Wir sind sehr dankbar, dass wir mit dem Monitoring die Möglichkeit bekommen haben, aktiv für Mädchen- und Frauenrechte und gegen Sexismus zu sensibilisieren. Frauen als nackte Dekoration neben die Bierflasche zu setzen ist nicht zeitgemäß für ein Land, das sich aktiv für Gleichberechtigung einsetzt."
#unstereotype-Kampagnenmotiv von Pinkstinks
#unstereotype-Kampagnenmotiv von Pinkstinks (Bild: Pinkstinks)
#Neben der Website wird Pinkstinks für den Zeitraum der nächsten zwei Jahre mehrere Bildungs- und Sensibilisierungskampagnen zum Thema Sexismus in der Werbung an Schulen und im Internet starten. 2019 soll dann laut der Organisation ein Fazit gezogen und die Frage beantwortet werden, ob Deutschland ein Problem mit sexistischer Werbung hat. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll nach Auswertung der Daten dann das weitere Vorgehen gegen Sexismus in der Werbung erarbeitet werden. tt
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