Werbemarkt-Zahlen von Nielsen Volkswagen gibt Gas, Lidl bremst

Donnerstag, 16. Juni 2016
Volkswagen will unter anderem die EM werblich für seine Zwecke nutzen
Volkswagen will unter anderem die EM werblich für seine Zwecke nutzen
Foto: Volkswagen

Knapp über 12 Milliarden Euro brutto haben die Werbungtreibenden zwischen Januar und Ende Mai ausgegeben. Das ist nach den Zahlen von Nielsen ein Plus von 5,6 Prozent. Mitverantwortlich für die Entwicklung ist Volkswagen.
Am heutigen Donnerstag wird Matthias Müller, CEO des VW-Konzerns, die neue Strategie des größten europäischen Autoherstellers vorstellen. Was schon im Vorfeld zu hören ist: Es wird wohl um die Themen Digitalisierung, mehr Eigenständigkeiten für die zwölf Marken und den Ausbau der E-Mobilität gehen. VW soll wieder für Zukunft stehen, nicht für Dieselgate. Aktuell versucht die Marke VW vor allem die EM zu nutzen, um andere Themen zu setzen und um für seine Sondermodelle zu werben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat die Wolfsburger Kernmarke den Werbedruck um 80 Prozent auf 127,3 Millionen Euro (+56,6 Millionen Euro) erhöht - so stark wie kein anderes Unternehmen unter den Top-Werbungtreibenden. Davon profitieren nach Zahlen von Nielsen fast alle Gattungen. Stark unterwegs ist auch Procter & Gamble. Knapp 300 Millionen Euro stehen für ein Plus von fast 60 Prozent. Zu den Top-Spendern zählt auch Telefonica Deutschland mit einem Plus von knapp 36 Prozent. Aber hier könnte es im weiteren Jahresverlauf zu Einschnitten kommen. Nach Informationen von HORIZONT sind die Agenturen, die O2 betreuen, bereits informiert worden, dass das Volumen reduziert wird.

Dagegen steht Lidl in den ersten fünf Monaten des Jahres auf der Ausgabenbremse. Etwas mehr als 42 Prozent hat der Discounter im Budget eingespart, aktuell steht er bei 85,2 Millionen. Allein im TV hat der Aldi-Wettbewerber über 39 Millionen aus dem Markt genommen, bei den Zeitungen sind es 17 Millionen Euro.

Die Mutter aller Discounter ist allerdings auch nicht gerade offensiv unterwegs. Aldi gehört aktuell nicht zu den 20 größten Werbungtreibenden, was auch daran liegt, dass der Händler bei den Zeitungen über 39 Millionen Euro weniger investiert hat.

Trotzdem entwickeln sich die Zeitungen nach den Bruttozahlen positiv. Hier verbucht Nielsen Einnahmen von knapp 2 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 5 Prozent. Nach wie vor am wachsen ist Mobile. 135 Millionen Euro bedeuten eine Steigerung von fast 40 Prozent. mir
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