Werbemarkt Wie Procter, Volkswagen und Co für ein starkes Wachstum im 1. Halbjahr sorgen

Montag, 25. Juli 2016
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Foto: P&G
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14,26 Milliarden Euro haben die Unternehmen brutto hierzulande im 1. Halbjahr in Werbung investiert. Das ist ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Werbestärkstes Unternehmen ist einmal mehr Procter & Gamble. Das zeigen die Zahlen von Nielsen.
Allen schlechten globalen Nachrichten zum Trotz: Die Unternehmen halten bislang an ihrem offensiven Kurs fest. Denn nach wie vor zeigen sich die Deutschen in Konsumlaune. Rund 14,3 Milliarden Euro haben die Werbungtreibenden in der ersten Hälfte des Jahres ausgegeben. Das ist ein Plus von knapp 6 Prozent. Am stärksten profitiert Mobile. Mit einem Plus von satten 61,7 Prozent lebt die Werbung auf den mobilen Endgeräten mit Gesamtwerbeausgaben in Höhe von 200 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016 spürbar auf. Nimmt man nur den Juni, dann haben sich die Bruttowerbeausgaben für mobile Werbung gegenüber Juni 2015 sogar fast verdoppelt (91,3 Prozent). TV verbucht bis Ende Juni 2016 rund 6,79 Milliarden Euro. Das ist ein Wachstum von 8,3 Prozent. Out-Of-Home legt um 6,1 Prozent auf 0,84 Milliarden Euro zu. Interessant: Der digitale Bruttoanteil bei Out-of-Home liegt derzeit bei etwa 16 Prozent. Radio knüpft an die Entwicklung von 2015 an und steigert die Bruttowerbeausgaben durch ein konstantes Wachstum in allen sechs Monaten um starke 10,6 Prozent mit Bruttowerbeausgaben von insgesamt 800 Millionen Euro. Kino dagegen schwächelt: 48 Millionen Euro stehen für ein Minus von 6,8 Prozent. Ein Wachstum von 2,9 Prozent verbuchen unter dem Strich die drei Printgattungen Publikumszeitschriften (-0,2 Prozent), Fachzeitschriften (+2,5 Prozent) und Zeitungen (+5,3 Prozent) zusammen im ersten Halbjahr 2016 mit Bruttoausgaben in Höhe von 4,17 Milliarden Euro. Vor allem das Plus bei den Zeitungen ist bemerkenswert, weil alleine Aldi und Lidl hier gemeinsam über 55 Millionen Euro aus dem Markt genommen haben.

Die Top-20 Werbespender im 1. Halbjahr 2016

Quelle: Nielsen

Stärkster Werbungtreibender ist einmal mehr Procter & Gamble.  364 Millionen Euro bedeuten nach den offiziellen Preislisten ein Plus von 62,1 Prozent. Noch offensiver ist die Marke Volkswagen unterwegs. Trotz Manipulationsskandal oder gerade deswegen haben die Wolfsburger fast 141 Millionen Euro in die Werbung investiert. In nahezu allen Kanälen gehört VW zu den Top 5 Marken, die den Werbedruck am stärksten erhöht haben. Diese Ausgabefreude trägt auch dazu bei, dass die Autobauer den ersten Platz als werbestärkste Branche verteidigen. Ein Plus von 4,8 Prozent steht für 900 Millionen Euro. Die meisten Branchen unter den Top 10 verzeichnen ein Wachstum gegenüber dem ersten Halbjahr 2015, unter anderem "Arzneimittel" (+12,6 Prozent), "Lebensmitteleinzelhandel" (+5,6 Prozent) und "Süßwaren" (+11,8 Prozent).

E-Commerce-Werbung in Deutschland bleibt weiter im Trend und weist erneut zweistellige Wachstumsraten auf. Im ersten Halbjahr 2016 stiegen die Bruttowerbeausgaben um 10 Prozent und erreichen mit 1,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert für die ersten sechs Monate eines Jahres. Und noch eines lässt sich aus der aktuellen Statistik herauslesen: ein beachtlicher Boom bei den Sportwetten im Internet durch die Fußball- Europameisterschaft. Die Branche verzeichnete im Juni 2016 einen Rekordwert von 0,18 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 264 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. mir
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