Werbemarkt Schwacher Juni trotz Fußball-WM / Halbjahresbilanz positiv

Mittwoch, 16. Juli 2014
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Nun ist es amtlich: Wie erwartet haben viele Unternehmen darauf verzichtet, ihre Werbebotschaften im allgemeinen Fußballrauschen teuer durchzudrücken und entsprechend weniger in Media investiert. In der Halbjahresbilanz von Nielsen rutscht allein der Juni in die Miesen: Mit Brutto-Ausgaben von 2 Milliarden Euro haben die Unternehmen 1,6 Prozent weniger ausgegeben als im Vorjahresmonat. Die Halbjahresbilanz kann sich - sofern man das bei Brutto-Zahlen sagen will - sehen lassen. Nach den Listenpreisen gerechnet haben Unternehmen in den ersten sechs Monaten rund 13,2 Milliarden Euro in Werbung investiert. Der Bruttowerbedruck stieg damit um 4,9 Prozent gegen über dem Vorjahr. Stärkster Monat war der Mai mit einem Plus von 11,6 Prozent bei Werbeausgaben in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Mit Blick auf die WM haben viele Unternehmen ihre Ausgaben offensichtlich vorgezogen.

Die Automobilhersteller griffen insbesondere im zweiten Quartal 2014 wieder ausgiebiger in die Werbetöpfe und glichen so in ihrer Branche das Minus aus dem ersten Quartal aus. Mit rund 840 Millionen Euro, die im ersten Halbjahr für Werbemaßnahmen im Pkw-Bereich brutto veranschlagt wurden (plus 1,3 Prozent), verteidigten die Autobauer den ersten Platz im Ranking der werbestärksten Branchen. Auch der Lebensmitteleinzelhandel beendete vorerst seine werbliche Zurückhaltung und kam dank der überdurchschnittlich hohen Werbeausgaben im zweiten Quartal (plus 31 Prozent) auf insgesamt 542 Millionen Euro (Halbjahresplus: 14,9 Prozent). Eine Übersicht über die Branchenentwicklung gibt es hier.

Bei den Medien bleiben Online- und Fernsehwerbung Wachstumstreiber im deutschen Bruttowerbemarkt. Die Online-Werbung lag um 7,3 Prozent über dem Vorjahresergebnis, was einem Bruttowerbedruck von 1,6 Milliarden Euro entspricht. Darin enthalten ist auch die Werbung auf mobilen Endgeräten, die allein rund 72 Millionen Euro im ersten Halbjahr generierte - doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Insbesondere Kaufhäuser entdeckten in den vergangenen sechs Monaten diese Werbeplattform für sich neu.

Das Leitmedium Fernsehen verbuchte zum Stichtag knapp 6 Milliarden Euro für die Vermarktung seiner Werbeplätze. Dies entspricht einem Plus von 8,6 Prozent, wobei es nach zweistelligen Wachstumsraten im April und Mai einen Einbruch im Juni zu verzeichnen gab. Die Werbeträgerentwicklung im Einzelnen. mh
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