Werbemarkt Kaufland, Telefonica und Lidl mit starken Frühlingsgefühlen

Freitag, 17. März 2017
Procter & Gamble gibt auch 2017 in der Werbung Gas
Procter & Gamble gibt auch 2017 in der Werbung Gas
© P&G

Der Werbemarkt startet gut ins Jahr. In den ersten beiden Monaten des Jahres haben die Unternehmen den Werbedruck um 4,3 Prozent auf brutto 4,4 Milliarden Euro erhöht. Besonders starke Frühlingsgefühle haben Kaufland und Lidl sowie Telefonica.
Die beiden Handelsketten der Schwarz-Gruppe legen zum Jahresstart ein enormens Tempo vor. Während der Discounter Lidl mal eben um 50 Prozent seine Bruttospendings auf 35 Millionen Euro anhebt, schießt Vollsortimenter Kaufland um 340 Prozent nach oben auf 26 Millionen. Das geht aus den aktuellen Zahlen von Nielsen hervor. Auch wenn Werbungtreibende immer wieder darauf hinweisen, dass die Daten nicht die ganze Wahrheit erzählen und auch zwei Monate noch keinen Trend für das Jahr ausmachen, so hat der Auftakt dennoch ein paar bemerkenswerte Nachrichten.

Die Top 20 Werbespender von Januar bis Februar 2017

Quelle: Nielsen
Allein im Radio hat Kaufland seine Ausgaben um 1,6 Millionen auf fast drei Millionen Euro erhöht. Vom erhöhten Werbedruck bei Lidl bekommen die Zeitungen dagegen nicht viel mit. Hier nimmt der Aldi-Wettbewerber fünf Millionen Euro aus dem Markt. Starkes Sendungsbewusstsein zeigt hingegen Telefonica. Von den Investitionen des Münchner Telekommunikationskonzern profitieren vor allem TV mit einem Plus von 9 Millionen Euro. Im Internet gibt der Telekom-Konkurrent fast 3 Millionen Euro mehr aus. Und auch im Kino sind die Werbeaktivitäten derzeit nicht zu übersehen. Und auch das passt in die Offensive der Münchner. Unter dem Motto "#DigitalesLebenGestalten" stellt das Unternehmen Visionen und Produkte auf der kommenden CeBIT vor - erstmals wieder auf einem großen Stand seit zehn Jahren.

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Stark unterwegs ist erneut Procter & Gamble. Wie gehabt steht der Schwalbacher Konsumgüterriese auf Platz 1 der Top 20. Mediachefin Susanne Kunz hat gerade in einem aktuellen HORIZONT-Interview für mehr Realismus plädiert. Bei P&G liest sich das so: Fast 14 Millionen Euro mehr für TV. Rund 63 Millionen stehen hier aktuell in den Nielsen-Büchern. Ein Teil des Geldes dürfte aus den digitalen Kanälen stammen. Bei der Internet-Werbung hat der Always-Ariel-Pampers-Konzern über 5 Millionen eingespart.

Trotz des Liebesentzugs durch P&G hat der Kanal in den ersten beiden Monaten um 7 Prozent zugelegt. Mobile bleibt weiter Liebling der Unternehmen. Hier legen die Spendings erneut um 80 Prozent zu. Starkes Wachstum meldet Nielsen auch beim Kino mit einem Plus von 40 Prozent.  Out of Home und Magazine verlieren bei den Umsätzen 1,4 und 1,7 Prozent, noch stärker leiden die Fachtitel. Hier verbucht Nielsen ein Minus von 4 Prozent. Die übrigen Kanäle sind stabil oder legen zu. Mit einem Plus von rund 6 Prozent hat TV schon Ende Februar die 2 Milliarden-Euro-Grenze geknackt. mir
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