Werbekonjunktur Werbespendings klettern um knapp 5 Prozent

Montag, 28. November 2016
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
© P&G

Der deutsche Werbemarkt zeigt sich weiter robust. Die Brutto-Spendings sind hierzulande in der Zeit von Januar bis Oktober 2016 um 4,7 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus der aktuellen Werbemarktanalyse von Nielsen hervor.
Zum Wachstum beigetragen hat vor allem ein Konzern - Procter & Gamble. Der Komsumgüterriese hat in diesem Jahr bislang unter dem Strich 684,4 Millionen Euro in Kommunikation investiert - gegenüber dem Vorjahr ist das ein sattes Plus von 63,2 Prozent. Allein für TV-Werbung machte Procter 245,3 Millionen Euro locker. 

Spendings der Top 10 Werbungtreibenden 2015-2016

Ausgaben Jan - Okt 2016Veränderung zu Jan - Okt 2015
Procter & Gamble684,4 Mio. Euro63,2 Prozent
Ferrero332,4 Mio. Euro12,4 Prozent
L'Oréal298,8 Mio. Euro-6,4 Prozent
Volkswagen225,5 Mio. Euro12,7 Prozent
Beiersdorf221,2 Mio. Euro16,2 Prozent
Lidl205,8 Mio. Euro-10,6 Prozent
Media-Saturn-Holding201,5 Mio. Euro-28,2 Prozent
Sky198,2 Mio. Euro30,9 Prozent
Axel Springer185,2 Mio. Euro4,7 Prozent
Unilever182,8 Mio. Euro-15,6 Prozent
Quelle: Nielsen Top Trends 2016

Auch Ferrero gibt weiterhin viel Geld für Marketing aus: Ausgaben in Höhe von 332,4 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 12,4 Prozent. L'Oréal hingegen kürzte die Ausgaben um 6,4 Prozent auf 298,8 Millionen Euro, bleibt aber dennoch die Nummer 3 im Ranking der größten Werbungtreibenden Deutschlands. Zu den Wachstumstreibern gehören auch der Pay-TV-Sender Sky, der seine Spendings um 30 Prozent auf 198,2 Millionen Euro steigerte, sowie Amazon. Der Online-Riese investierte 141,1 Millionen Euro - ein Plus von 40,4 Prozent.

Auf die Bremse tritt dagegen Media-Saturn. Die Holding von Media-Markt und Saturn investierte lediglich 201,5 Millionen Euro in klassische Werbung - ein Minus von 28 Prozent. Vor allem bei Zeitungsanzeigen (-33,1 Millionen Euro) und Radiospots (-10,1 Millionen Euro) wurde gespart. Gekürzt wird auch in der Telekommunikationsbranche: Die Telekom kürzte ihren Etat um 3,2 Prozent auf 172,7 Millionen Euro, bei Vodafone steht mit Spendings in Höhe von 160,1 Millionen Euro sogar ein Minus in Höhe von 7,7 Prozent zu Buche. Bei Unister macht sich die Insolvenz bemerkbar: Allein für TV-Spots gab der Konzern 112,9 Millionen Euro weniger aus als im Vorjahreszeitraum. 

Ausgaben der 10 stärksten Werbungtreibenden Oktober 2016 (in Millionen Euro)

Quelle: Nielsen Top Trends 2016
Vom Wachstum der Werbespendings können beinahe alle Mediengattungen profitieren. Nur die Gattung Internet muss weiterhin Federn lassen. Brutto-Spendings in Höhe von 2,28 Milliarden Euro bedeuten ein Minus von 5,5 Prozent. Mit Umsätzen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro müssen sich auch die Publikumszeitschriften mit einem kleinen Verlust von knapp 0,5 Prozent abfinden. Zeitungen (3,8 Milliarden Euro / plus 3,5 Prozent), Fachzeitschriften (2,7 Milliarden Euro / 1,8 Prozent), TV (11,6 Milliarden Euro / 6,4 Prozent), Radio (1,4 Milliarden Euro / 8,3 Prozent), Kino (100 Millionen Euro / 9,8 Prozent), Mobile (401 Millionen Euro / 76 Prozent) und Out of Home (1,5 Milliarden Euro / 7,5 Prozent) können dagegen zulegen. kn
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