Werbejahr 2013 TV und Online legen zu, Print verliert weiter

Donnerstag, 16. Januar 2014
Die Gesamtbilanz des hiesigen Bruttowerbemarktes (Grafik: Nielsen)
Die Gesamtbilanz des hiesigen Bruttowerbemarktes (Grafik: Nielsen)
Themenseiten zu diesem Artikel:

Weihnachten Werbejahr Werbemarkt Aufschwung Dirk Reinbothe


Weihnachten sei Dank: Der für das 4. Quartal übliche konjunkturelle Aufschwung hat dem deutschen Werbemarkt 2013 erneut ein Plus beschert. Auf satte 26,7 Milliarden Euro summieren sich die Brutto-Spendings, die im vergangenen Jahr in Werbung geflossen sind - ein Wachstum von 2 Prozent. Wie aus der Nielsen-Jahresbilanz hervorgeht, konnten davon aber nur wenige Medien profitieren. Weiter zulegen konnte einmal mehr das Medium TV: Knapp 12 Milliarden Euro brutto steckten die Unternehmen 2013 in Fernsehwerbung. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 5,7 Prozent. " Auch ohne sportliche Großereignisse kam die TV-Werbung gut durch die Sommermonate und verzeichnete teilweise sogar zweistellige Wachstumsraten", erläutert Dirk Reinbothe, Director AIS Germany bei Nielsen. Der Anteil am Gesamtwerbekuchen klettert damit auf beachtliche 45 Prozent.

Gewachsen ist auch Online: Knapp 3 Milliarden Euro brutto bedeuten ein Plus von 3,5 Prozent - und ein Anteil von 11 Prozent an den Gesamtinvestitionen. Ebenfalls zulegen konnten die Radiovermarkter: "Nach einigen schwächeren Werbemonaten im Spätsommer und Herbst gelang im Dezember jedoch die Kehrtwende mit im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Bruttowerbeumsätzen", so Reinbothe. Gesamteinnahmen von 1,6 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 3,6 Prozent. Den prozentual größten Zuwachs verbucht die Außenwerbung: Knapp 1,5 Milliarden Euro gaben die Werbungtreibenden 2013 für Outo-of-Home-Kampagnen aus: Das ist ein Plus von 11 Prozent.

Für die Kinos ging es 2013 leicht bergab: Die Bruttowerbeeinnahmen sanken um 2,1 Prozent auf 101,3 Millionen Euro. Für Print war 2013 erneut kein gutes Jahr: Mit einem blauen Auge kommen noch die Zeitschriften davon, deren Werbeeinnahmen lediglich um 1 Prozent auf gut 3,5 Milliarden Euro sanken. Die Zeitungen wurden von dem anhaltenden Rückzug der Werbungtreibenden aus Print dagegen erneut schwer getroffen. Mit 4,6 Milliarden Euro sind die Zeitungen zwar immer noch der laut Nielsen zweitgrößte Werbeträger Deutschlands nach TV. Das dicke Minus von 7,6 Prozent deutet aber darauf hin, dass Zeitungen weiter an Relevanz verlieren. mas
Meist gelesen
stats