Werbedienstleister Turn Drei Thesen zur Zukunft der Onlinewerbung

Donnerstag, 26. November 2015
Timur Özer ist Sales Director Nord Europa bei Turn
Timur Özer ist Sales Director Nord Europa bei Turn
Foto: Turn

Programmatic Advertising, der Wert der Kreation, Silodenken in Marketingabteilungen: Diese Themen stellen die Branche auch im kommenden Jahr vor Herausforderungen. Timur Özer, Sales Director Nord Europa beim Werbedienstleister Turn, macht nun drei Lösungsvorschläge, wie Werbungtreibende die Probleme angehen können.

1. Kreativ sein

Özer plädiert dafür, trotz Fokus auf Daten die Kreativität nicht aus dem Blick zu verlieren. Auf kreativer Seite würden die Einblicke aus der Datenanalyse noch nicht voll ausgenützt, so Özer. Dies habe weniger relevante Nachrichten und Inhalte zur Folge, obwohl Daten dazu verwendet werden könnten, "die breiteren Interessen der Zielgruppen zu verstehen und sie in großen Kampagnen kreativ einzusetzen." So könne ein Kleidungslabel etwa seine Kampagne auf die Ferien in verschiedenen Ländern anpassen. Ein Ansatz, der sich auch auf Bereiche wie Content Marketing anwenden lasse. "Die Zusammenführen von Kreativität und Programmatic Advertising wird 2016 also der Schüssel sein, um das Potenzial von Kundenbeziehung voll auszuschöpfen", so Özer. "Die Zusammenarbeit von Datenanalysten und Kreativ-Teams während eines Kampagnen-Zyklus schafft eine ganz neue Ebene an Personalisierung und Relevanz. Um das zu erreichen, braucht es einen dynamischen Ansatz an dem alle Beteiligten mitwirken und die Kreativarbeit nicht erledigt ist, wenn die Kreativagentur die Kampagne an die Mediaagentur übergibt."

2. Werbung und Marketingtechnologien zusammenführen

Das Entscheidende bei der Onlinewerbung sei, den Kunden während der gesamten Customer Journey zu begleiten und ihm dabei eine einheitliche, relevante Erfahrung zu bieten, so Özer. Deswegen sollten Marketiers digitale Werbung mit weiteren Marketingaktivitäten wie CRM und E-Commerce verknüpfen.

"Die Verbindung von Werbung und Marketing wird dazu beitragen, dass Marketingspezialisten besser als je zuvor Erkenntnisse anwenden, Kampagnen durchführen und Ergebnisse messen können – durchgehend, während der gesamten Customer Journey." Ebenso wichtig sei, dass die Verantwortung bei allen Teams gemeinsam liege "und nicht einfach an Media- oder Kreativagenturen abgegeben werden kann."

3. Die Kaufabsicht des Kunden voraussagen können

"Marken müssen heutzutage wissen, was der Kunde kaufen möchte, bevor er es selbst weiß", so Özer. Um das zu gewährleisten, müssten Marketiers kaufwillige Personen mit intelligenten Datenanaylsen bereits frühzeitig identifizieren. Klingt leichter gesagt als getan - zumal dazu unbedingt Punkt 2 erfüllt sein muss. Wie es gehen kann, macht Amazon schon seit Jahren erfolgreich vor.

Özer glaubt, dass sich die Diskussion um Technolgien und Algorithmen im kommenden Jahr verstärken wird. Sein Plädoyer: "Es ist an der Zeit einen Schlussstrich unter den 08/15-Kunden zu ziehen und ihn nicht mehr nur auf Basis von letzten Onlineaktionen, seiner Demografie, bestimmten Attributen oder seines Kaufzykluses anzusprechen." ire
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