"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" Wie A.T.U. den Dieselskandal aufspießt

Freitag, 13. Oktober 2017
Das Diesel-Motiv von A.T.U. zur IAA
Das Diesel-Motiv von A.T.U. zur IAA
© A.T.U.
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Dieselskandal A.T.U . Ulrike Wortmann


A.T.U. nutzt den Skandal um gefälschte Abgaswerte von Dieselfahrzeugen und Preisabsprachen unter diversen Herstellern zur Eigenwerbung. Damit geht die Werkstattkette nach längerer Zeit kommunikativ wieder in die Offensive.
Den Auftakt der Kampagne bildete eine konzertierte Aktion im Rahmen der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Auf dem Messegelände und in der näheren Umgebung war auf Großflächenplakaten, Infoscreens, Bannerflächen in Parkhäusern und Citylights ein Motiv zu sehen, das im Rahmen der Automesse ein echter Hingucker war: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" war darauf zu lesen, zu sehen war eine Pinocchio-Figur, die statt einer langen Nase ein qualmendes Auspuffrohr im Gesicht trug. Neben den klassischen Werbeflächen setzte A.T.U. außerdem Billboard-Vans ein, die im Umfeld der Messe unterwegs waren. Konzipiert wurde die Kampagne von der Frankfurter Agentur Make Relations
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Die "Dieselgate"-Kampagne zur IAA war der Auftakt einer größeren Marketing-Kampagne, heißt es aus dem Unternehmen. Nach der IAA wurde die Kampagne mit einer Social-Media-Offensive auf Facebook verlängert, seit kurzem kommt dabei auch Instagram zum Einsatz. Im November soll die Kampagne unter dem Motto "Schluss mit den Garantiemärchen" fortgesetzt werden, dann auch mit TV-Spots und auf zahlreichen weiteren Kanälen. Für die TV-Kampagne wird die Agentur BBS in Hamburg zuständig sein. "Bei der Kampagne geht es im Kern um die Botschaft: 'Glaubt nicht alles, was die Autoindustrie euch erzählt'", sagt Ulrike Wortmann, Marketingleiterin bei A.T.U. "Das gilt nicht nur für die Autos selbst, sondern auch für den Service. Noch immer wird von Markenwerkstätten gerne behauptet, dass Kunden von freien Werkstätten wie A.T.U ein Garantieproblem bekommen könnten. Das ist falsch. Unser Stempel im Serviceheft ist genauso viel wert wie der einer Markenwerkstatt." Autofahrer sollten daher vorsichtig sein, den Behauptungen der Hersteller einfach Glauben zu schenken, so Wortmann. Das solle mit der Kampagne ausgedrückt werden. 
Das selbstbewusste Auftreten der Marke hängt auch mit dem jüngeren Schicksal von A.T.U. zusammen. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen nur mit Mühe die Insolvenz abwenden, kurz vor Weihnachten folgte die Übernahme durch die französische Mobivia Groupe, die dadurch ihre Stellung als führendes Werkstattunternehmen in Europa ausbauen konnte.

Jüngst wurden zahlreiche A.T.U.-Werkstätten von den Lesern der Auto Bild in hoher Anzahl unter die besten Werkstattbetriebe gewählt. Für das Unternehmen gibt es also jede Menge Anlass, kommunikativ wieder durchzustarten. ire
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