Wegen Diskriminierung Bierbrauer boykottieren St. Patricks Day-Paraden in den USA

Dienstag, 18. März 2014
Guinness boykottierte die St. Patrick's Day Parade in New York (Bild: Diageo)
Guinness boykottierte die St. Patrick's Day Parade in New York (Bild: Diageo)


Beim St. Patrick's Day geht es ums Feiern, Trinken und Grün sein. Eigentlich. In den USA, wo man den irischen Gedenktag traditionell mit großen Paraden begeht, wurden die diesjährigen Feierlichkeiten allerdings von einer Toleranz-Debatte überschattet: Weil die Organisatoren der Festumzüge keine offenen Bekenntnisse von Lesben oder Schwulen sehen wollen, haben mehrere Bierbrauer ihre Unterstützung der Paraden in New York und Boston zurückgezogen. In den USA gibt es eine große irische Gemeinde. Doch nicht nur aus diesem Grund wird der St. Patrick's Day in den östlichen Regionen der Vereinigten Staaten groß begangen. Auf die Gepflogenheiten des Tages, der kalendarisch auf den 17. März fällt, kann sich praktisch jeder verständigen: Feiern, Bier trinken, Spaß haben. Und auch wenn die Farbe Grün auf den Feierlichkeiten dominiert, ist die Vielfalt der Verkleidungen und individuellen Kostümierungen groß.

Doch in einem Punkt darf offensichtlich keine Vielfalt herrschen: Wie die "New York Times" berichtet, wollten die Organisatoren keine Aktionen von lesbischen oder schwulen Gruppierungen auf ihren Paraden sehen. Mitmarschieren sei in Ordnung, Abzeichen zu tragen oder Ähnliches nicht. Laut "Süddeutscher Zeitung" berufen sich die Verbände dabei auf ihr katholisches Erbe, das eine Einbeziehung von Homosexuellenverbänden ausschließe.

Einige Sponsoren der Paraden sahen dadurch das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt und haben ihre Unterstützung zurückgezogen. Guinness etwa, die ur-irische Biermarke des Diageo-Getränkekonzerns, boykottierte den New Yorker Umzug vom Montag. "Guinness hat sich traditionell für Vielfalt eingesetzt und war stets ein Verfechter der Gleichheit für alle", zitiert "AdAage" aus einem Statement des Unternehmens. Man werde sich dafür einsetzen, dass künftige Paraden eine "Politik der Inklusion" verfolgten. Mit Heineken wollte eine weitere populäre Biermarke nicht mehr Sponsor der Veranstaltung sein. "Wir glauben an die Gleichheit aller Menschen", begründete das Unternehmen seinen Schritt.

Auch die Parade in Boston, die am Sonntag stattfand, musste auf einen namhaften Sponsor verzichten. Dem Boston Beer-Konzern, der das populäre Samuel Adams braut, wurden offenbar durch den Facebook-Post einer Bostoner Bar die Augen geöffnet. Darin kündigten die Bar-Betreiber an, auf den Ausschank von Samuel Adams verzichten zu wollen, wenn die Marke die Parade zum St. Patrick's Day unterstützt. Da es zwischen den schwul-lesbischen Verbänden und den Ausrichtern des Festumzuges zu keiner Einigung gekommen sei, werde man nicht teilnehmen, so das offizielle Statement.

Neben den Organisatoren der Paraden dürften die Verfechter der Gleichheit spätestens seit gestern ein weiteres Feindbild haben: Auf Twitter hat sich Medienmogul Rupert Murdoch in die Debatte eingeschaltet und den Homosexuell-Verbänden vorgeworfen, Guiness drangsaliert zu haben:



ire
Meist gelesen
stats