"We live as many. We stand as One" Coca-Cola reagiert mit Anzeigenkampagne auf Gewaltexzesse

Montag, 18. Juli 2016
Die Anzeige erschien in "USA Today"
Die Anzeige erschien in "USA Today"
Foto: Coca-Cola

Angesichts der Polizeigewalt gegen Schwarze und der Todesschüsse auf US-Polizisten hat Coca-Cola in der vergangenen Woche eine Anzeige für mehr Toleranz geschaltet. Durch den Anschlag auf Polizeibeamte in Baton Rouge hat die Kampagne auf grausame Weise neue Aktualität bekommen.
Denn eigentlich sollte die Kampagne nur bis Sonntag zu sehen sein. Zunächst schaltete Coca-Cola das Motiv mit dem Slogan "We live as many. We stand as One" in der Zeitung "USA Today". Gleichzeitig lief eine animierte Version der Anzeige auf Billboards am New Yorker Time Square, zudem veröffentlichte der Brausehersteller das Motiv auf seinen Social-Media-Accounts. Schon die teilweise heftige Diskussion, die dort entbrannte, zeigt, wie aufgeladen die Stimmung in den USA derzeit ist. Grund dafür sind die jüngsten Fälle von tödlichen Übergriffen der US-Polizei auf Schwarze und die anschließenden Polizistenmorde: Nachdem der 32-jährige Philando Castile am 6. Juli durch die Waffe eine Polizisten starb, tötete ein Heckenschütze einen Tag später auf einer Demonstration gegen Polzeigewalt in Dallas fünf Beamte.
Mit der Kampagne wollte Coca-Cola der Gewalt ein positives Zeichen entgegensetzen, wie eine Konzernsprecherin gegenüber "Advertising Age" erklärte: "In der Geschichte von Coca-Cola standen wir für Optimismus, Vielfalt und Inklusion. Tief in unserem Erbe besteht die Verpflichtung, Menschen zusammenzubringen und eine gemeinsame Basis zu finden", so ihr Statement.

Wie schwierig diese Aufgabe ist, zeigte der gestrige Sonntag: Just an jenem Tag, an dem die Toleranzkampagne von Coca-Cola auslaufen sollte, tötete ein 29-jährigen Afroamerikaner drei Polizisten in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana. Dort war Anfang Juli der afroamerikanische CD-Verkäufer Alton Sterling von der Polizei erschossen worden. ire
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