Walkers Warum diese Social-Media-Aktion des Chips-Riesen in die Hose ging

Freitag, 26. Mai 2017
Weil die Bilder nicht geprüft wurden, schwenkte Gary Lineker Bilder von Serienmördern und Diktatoren im Video
Weil die Bilder nicht geprüft wurden, schwenkte Gary Lineker Bilder von Serienmördern und Diktatoren im Video
Foto: Twitter

Beim Social-Media-Marketing kann einiges schiefgehen. Den besten Beweis dafür liefert eine Gewinnspiel-Aktion der Pepsico-Marke Walkers. Weil der Chips-Hersteller offenbar auf einen Automatismus vertraute, entwickelte sich seine Twitter-Verlosung am vergangenen Donnerstag zu einem PR-Desaster.

Das Finale der UEFA Champions League ist der Höhepunkt des europäischen Fußballjahres. Am 3. Juni findet das diesjährige Endspiel zwischen Juventus Turin und Real Madrid in Cardiff statt. Zu diesem Anlass verloste der britische Chips-Riese Walkers - hierzulande als Lay's bekannt und Sponsor der Champions League - Eintrittskarten. Mit verhängnisvollen Folgen für die Marke.

Um zu gewinnen, sollten Fußballfans am gestrigen Donnerstag ein Selfie mit dem Hashtag #WalkersWave twittern. Die Bilder wurden dann durch einen Automatismus in ein Video mit dem ehemaligen britischen Nationalspieler Gary Lineker eingefügt, der die Selfies vor dem Stadion schwenkt. Die individualisierten Videos postete Walkers bei Twitter als Antwort zu jedem Tweet, zudem wurden einige auf Screens in Cardiff angezeigt.

Klingt eigentlich nach einer netten Idee - wären da nicht ein paar Trolls gewesen, die auf die Aktion aufmerksam geworden sind. Sie bemerkten, dass die hochgeladenen Selfies offenbar keiner Kontrolle unterzogen wurden, bevor sie ins Video eingefügt wurden. Und daraufhin haben sie nicht etwa Bilder von sich selber hochgeladen, sondern Bilder von Straftätern, Diktatoren und Serienmördern. So schwenkte Lineker plötzlich ein Bild von Stalin oder Josef Fritzl vor dem Stadion.
Im Netz brach eine große Welle der Empörung über Walkers los. Der Chips-Hersteller entschuldigte sich über Twitter und brach die Aktion ab. Werbegesicht Lineker äußerte sich ebenfalls dazu. bre

So reagierten Twitter-User auf die Entwicklung der Kampagne: 

Die Screens werden nicht mehr bespielt:

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