Wahlwerbung Tengelmann outet sich als Fan der Merkel-Raute

Freitag, 20. September 2013
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Die meisten großen Unternehmen halten sich mit öffentlichen Äußerungen ihrer Parteipräferenzen bewusst zurück: Zu groß ist das Risiko, zumindest einen Teil seines Publikums vor den Kopf zu stoßen. Die große Außnahme bildet der Traditionshändler Tengelmann, dem seine politische Meinungsfreiheit gleich eine ganze Anzeigenseite im "Handelsblatt" wert ist. Dabei präsentiert die inhouse kreierte Kampagne ihre Aussage maßgeschneidert auf die Spitzenkandidaten: Im Vergleich zwischen Stinkefinger und Raute müsse es heißen: "Im Zweifel für die Raute". Die Anzeige, die von Unternehmenseigentümer Karl-Erivan Haub persönlich beauftragt wurde, ist nicht das erste Mal, dass Tengelmann für die CDU wirbt. Schon vor acht Jahren warb das Unternehmen für Merkel unter dem Slogan "Im Zweifel für eine Frau". Auch Helmut Kohl landete bei einer Anzeige unter dem Slogan "Im Zweifel für Kohl" als Kohlkopf im Einkaufswagen.

Wie Tengelmanns Unternehmenskommunikation auf Nachfrage bestätigt, reagierten in der Vergangenheit nicht alle Kunden positiv auf die Werbemotive. Allerdings beschränkte sich das kritische Feedback zumeist auf Briefe an das Unternehmen. Allerdings war bei der vergangenen Wahlaktion vor acht Jahren das Internet erst in Ansätzen zum Kommunikationskanal für Kundenmeinungen gereift. Mit einem größeren Shitstorm ist allerdings eher nicht zu rechnen, da Tengelmann über keine größere Plattformen in den sozialen Netzwerken verfügt und daher nicht direkt ansprechbar ist.

Tengelman selbst will die Anzeige nicht als explizite Wahlwerbung für Merkel verstanden wissen. Laut Unternehmenskommunikation solle die Anzeige vor allem unentschlossene Nichtwähler motivieren. cam
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