Wahlwerbung So frech kapern die Grünen den Slogan der CDU

Dienstag, 04. Juli 2017
Die Grünen nutzen CDU-Plakate für Werbung in eigener Sache
Die Grünen nutzen CDU-Plakate für Werbung in eigener Sache
Foto: Bündnis90/Die Grünen

Die Kampagne der CDU schlägt nach wie vor hohe Wellen. Vor allem bei den Wahlkampfmanagern der Konkurrenz scheinen die von Jung von Matt entwickelten Motive ein hohes Maß an Kreativität freizusetzen. Nach der FDP, die kürzlich den CDU-Hashtag #fedidwgugl durch den Kakao zog, hat sich nun auch Bündnis90/Die Grünen am Auftritt der CDU abgearbeitet - und diesen für Eigenwerbung genutzt.
Wer am Montag im Berliner Regierungsviertel zufällig am Konrad-Adenauer-Haus vorbeikam, wurde möglicherweise Zeuge eines Guerilla-Stunts, der die Damen und Herren in der Bundesgeschäftsstelle der CDU wohl kaum erfreut haben dürfte. Vor dem Gebäude - direkt neben dem hinter der Glasfassade installierten, roten CDU-Emblem - stand ein Rollwagen, auf dem eines der Plakate montiert war, mit denen die CDU wie berichtet in den Bundestagswahlkampf ziehen will.
Das Motiv war allerdings in einem entscheidenden Punkt abgewandelt worden. Denn auf dem Plakat, das mit den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold spielt, prangte nicht wie auf dem Original nur der CDU-Claim "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben", sondern eben auch die auf einer grünen Fläche mit Sonnenblumenlogo untergebrachte Störerbotschaft "... Braucht´s Klimaschutz", die dem CDU-Plakat gewissermaßen den Wind aus den Segeln nahm. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bild: CDU

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Mit der Guerilla-Aktion, die auf eine Idee der Agentur Ziemlich Beste Antworten zurückgeht und vom Wahlkampfteam der Grünen durchgeführt wurde, will die Partei ihre Stammklientel mobilisieren und darauf aufmerksam machen, dass die Pläne der Union in Sachen Umweltschutz aus ihrer Sicht nicht weit genug gehen. "Die CO2-Emissionen sind zuletzt nicht zurückgegangen, sondern stagnieren", erklärt ein Sprecher auf Anfrage von HORIZONT Online. Wem das Klima am Herzen liege, der müsse eben Grün wählen. mas
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