Wahlwerbung Der grandiose Gaga-Wahlkampf von "Die Partei"

Donnerstag, 12. September 2013
Am Freitag soll die erste "iDemo" stattfinden
Am Freitag soll die erste "iDemo" stattfinden


Während der Wahlkampf der großen Parteien weitgehend unbeachtet vor sich hindümpelt, sorgt "Die Partei" von Ex-"Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn mal wieder für Schlagzeilen. Ein am Dienstagabend im ZDF ausgestrahlter erotischer Wahlwerbespot hat sich im Netz trotz der vorübergehenden Sperrung bei Youtube mittlerweile zum Renner entwickelt, am Freitag will "Die Partei" mit der ersten "iDemo" vor dem Brandenburger Tor den nächsten Coup landen.
"Die Partei" hat es mal wieder geschafft, mit einem ihrer Wahlwerbespots auf sich aufmerksam zu machen. Am Dienstagabend flimmerte direkt im Anschluss an das "Heute Journal" im ZDF der zweiminütige Clip der Partei über den Bildschirm. Der Spot "zum Thema Familienpolitik" zeigte ein Paar beim Liebesspiel - unscharf zwar, aber trotzdem eindeutig als Porno zu erkennen.

Während sich die Aufregung nach der TV-Ausstrahlung in Grenzen hielt - laut ZDF gingen lediglich drei Anrufe zu dem Spot beim Sender ein - zeigte sich Youtube einmal mehr humorlos im Umgang mit erotischen Inhalten: Trotz des offensichtlich satirischen Hintergrunds des Wahlwerbespots sperrte das Videoportal den Clip. Auch bei Vimeo flog der Spot wieder raus. Mittlerweile ist der Film bei Youtube wieder online - allerdings können nur noch registrierte Nutzer ab 18 Jahren darauf zugreifen. Trotzdem kommt der Wahlwerbespot mittlerweile auf rund 87.000 Zugriffe. Auf der Website von "Die Partei" ist der Film mittlerweile ebenfalls in voller Pracht zu bewundern.

Parteichef Martin Sonneborn trommelt unterdessen bereits mit einem weiteren Video für die nächste Aktion der Partei. Am Freitag soll vor dem Brandenburger Tor die erste "iDemo" stattfinden. Die Idee: Die Partei demonstriert stellvertretend für ihre Anhänger. "iDemo ist die erste Demonstration, an der Sie teilnehmen können, ohne dabei zu sein", erklärt Sonneborn das Konzept. Der Vorteil der digitalen Demo: "Kein Risiko. Kein Regen. Keine Bullen."

Auch über die Inhalte der Kundgebung können die Parteinanhänger selbst entscheiden, indem sie der Partei vorschlagen, wofür beziehungsweise wogegen demonstriert werden soll. Die Forderungen werden dann auf die "digitalen Transparente" - auf Holzlatten aufgeklebte Tablets - übertragen.

Man kann wohl davon ausgehen, dass "Die Partei" trotzdem wieder an der 5-Prozent-Hürde scheitern wird. Was die Aufmerksamkeitsstärke ihrer Aktionen angeht, können sich die großen Volksparteien bei der Spaß-Partei allerdings noch ein dicke Scheibe abschneiden. dh

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