Wahlkampf im Social Web AfD und SPD ziehen an der CDU vorbei

Mittwoch, 06. September 2017
Storyclash untersucht den Wahlkampf im Social Web
Storyclash untersucht den Wahlkampf im Social Web
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In den Online-Wahlkampf kommt allmählich Bewegung. Dafür sprechen jedenfalls die jüngsten Entwicklungen im Social Web. Laut einer Analyse von Storyclash ist die Anzahl der Interaktionen mit politischen Parteien und deren Spitzenkandidaten zuletzt deutlich angestiegen. Davon können vor allem AfD und SPD profitieren.
Storyclash analysiert bereits seit Anfang Juli, wie sich die politischen Parteien im Social Web schlagen. Insgesamt hat das im österreichischen Linz ansässige Unternehmen bereits 6,8 Millionen Social-Media-Interaktionen - also Likes, Shares, Kommentare oder sonstige Reaktionen auf ein öffentliches Posting auf Facebook, Instagram oder Twitter - ausgewertet.
Dass die Gesamtzahl der Interaktionen in Kalenderwoche 35 im Vergleich zur Vorwoche um mehr als 497.000 auf 1,43 Millionen angestiegen ist, liegt zum Teil daran, dass etwas an der Methode geschraubt wurde. Anders als in vorhergehenden Analysen wurden dieses Mal auch Interaktionen mit Beiträgen berücksichtigt, die ursprünglich nicht von Parteien und Spitzenkandidaten, sondern beispielsweise von einer Tageszeitung stammen und von den Parteien oder Spitzenkandidaten dann geteilt wurden.

Zudem begründet Storyclash den Zuwachs damit, dass inzwischen die heiße Phase des Wahlkampfs begonnen hat. Das gilt offenbar vor allem für die AfD, die im Social Web neuerdings von der berüchtigten US-Agentur Harris Media unterstützt wird. Das scheint sich bemerkbar zu machen: In Kalenderwoche 35 konnte die AfD ihre Social-Media-Interaktionen um sage und schreibe 140 Prozent auf gut 472.000 steigern. Dass die AfD im Social-Media-Ranking derzeit vorn liegt, dürfte vor allem mit der erhöhten Taktung zusammenhängen, die die Partei neuerdings an den Tag legt. Laut Storyclash hat die AfD in der besagten Woche mehr als 100 Posts veröffentlicht. Zudem nahm die Partei Geld in die Hand, um die Kommentare von Spitzenkandidatin Alice Weidel zum TV-Duell im Social Web zu promoten. Auch der Wahlwerbespot, der erstmals am Freitagabend im ZDF ausgestrahlt wurde, dürfte seinen Teil zum Wachstum beigetragen haben. 

Auch die SPD macht derzeit Boden gut. Mit gut 348.000 Interaktionen ziehen die Sozialdemokraten an der CDU vorbei und erobern Rang 2. Dazu dürfte vor allem Martin Schulz mit seiner Botschaft an "alle Musliminnen und Muslime" beigetragen haben. Der Post, in dem der SPD-Spitzenkandidat "ein schönes Opferfest" wünschte, war mit 95.000 Interaktionen der erfolgreichste der Woche. 

Die CDU muss dagegen etwas Federn lassen. Die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in der Vorwoche noch den Spitzenplatz besetzte, muss sich mit 214.000 Interaktionen und Rang 3 begnügen. Die FDP kann sich steigern, landet aber mit knapp 167000 Interaktionen knapp hinter Die Linke auf Rang 5. Weit abgeschlagen auf dem letzten Platz rangieren die Grünen mit lediglich 62.000 Interaktionen. mas
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