Vorwurf: Fatshaming Umstrittene Sixt-Werbung geht auf 16 Jahre alten Spot zurück

Mittwoch, 06. September 2017
Szene aus dem Sixt-Spot aus dem Jahre 2001
Szene aus dem Sixt-Spot aus dem Jahre 2001
© Sixt
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Auf der Facebook-Seite von Sixt sorgt derzeit ein Video für Diskussionen: In dem Film wirbt der Autovermieter für seine Angebote im Ausland. Dass dies vor allem mit viel nackter Haut geschieht, stößt vielen Nutzern sauer auf. Die meisten Vorwürfe entzünden sich jedoch an einer bestimmten Szene. Interessanterweise warb Sixt schon einmal mit fast dem gleichen Spot - vor 16 Jahren.
"Ist das euer Ernst,liebes Marketing-Team?", fragt eine Nutzerin auf der Facebook-Seite von Sixt - und steht damit stellvertretend für viele, vor allem weibliche Kommentatoren unter dem Video, welches das Unternehmen am Dienstag gepostet hatte. In dem Spot "enthüllt" Sixt, dass viele deutsche Urlauberinnen kein Geld für Kleidung mehr übrig haben, weil bereits zu viel für das Mietauto draufging. "Wer Urlaub liebt, fährt Sixt", so die Botschaft.
Dass der Spot praktisch nur aus Bildern von kaum verhüllten Frauenpos besteht, ist sicherlich diskutabel, aber grundsätzlich natürlich legitim. Bei der Szene in Sekunde zehn ist aus Sicht von vielen Nutzern aber eine Grenze überschritten: Dort sieht man nämlich eine korpulente Frau im Bikini - über das Bild wurde der Schriftzug "Pfui" gelegt, passend zur Stimme aus dem Off. "Pfui ist diese 'Werbung'", schreibt eine Nutzerin unter dem Video. Eine andere Userin richtet sich direkt an den Firmenpatriarchen: "Herr Sixt, ich frage Sie persönlich: Wie würden Sie über die Werbung ihres Hauses denken, wenn man Ihre Tochter oder Ihre Frau derart darstellen würde?" Gegenüber Focus Online hatte sich Sixt bereits gerechtfertigt"Sinn und Zweck einer jeden Werbung ist es, Aufmerksamkeit zu erreichen. Sixt ist bekannt für seine provokanten Anzeigen und Spots, dabei wollen wir aber niemanden diskriminieren. Es ist uns wichtig, dass sämtliche Werbemaßnahmen mit einem Sixt-typischen Augenzwinkern verstanden werden", so das Statement aus Pullach.

Was bislang offenbar niemandem auffiel: Der Spot, für den die Sixt-Agentur Jung von Matt verantwortlich zeichnet, orientiert sich an einer Werbung aus dem Jahr 2001. Damals warb das Unternehmen für seine Plattform e-sixt.com, auf der die Kunden seinerzeit noch Flüge buchen konnten. Die Spot-Mechanik sowie das Voice-Over sind abgesehen von leichten Anpassungen nahezu identisch mit der Neufassung. 
Vor 16 Jahren gab es allerdings weder Facebook noch Twitter - die Reaktionen waren allerdings womöglich die selben. ire

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