Vor dem WM-Finale Wieso Adidas schon einmal den Sekt kaltstellen kann

Freitag, 11. Juli 2014
Adidas-Testimonial Bastian Schweinsteiger ist noch im Turnier (Screenshot: Youtube)
Adidas-Testimonial Bastian Schweinsteiger ist noch im Turnier (Screenshot: Youtube)


Freude bei Adidas: Der offizielle Fifa-Sponsor wähnt sich im Duell mit Ambusher Nike schon vor Ende der Fußball-WM als Sieger und das nicht ganz unbegründet: Erstmals seit 1990 werden beide Finalteilnehmer vom Sportartikler aus Herzogenaurach ausgestattet, der offizielle und der inoffizielle Torschützenkönig kommen aus den Reihen von Adidas und auch der Kampf um die meisten Erwähnungen im Internet scheint gewonnen zu werden. Deutschland und Argentinien, dieses Duell gab es im WM-Finale zuletzt 1990 und das war auch das letzte Mal, dass Adidas beide Endspielteilnehmer ausrüstete - der Weltmeister 2014 trägt also auf jeden Fall die Leibchen aus Franken. "Es ist fantastisch, zwei Teams im WM-Finale zu haben. Damit sind wir in einer großartigen Position, unsere #allin or nothing-Story zu erzählen", sagt Global Brand Marketing Director Tom Ramsden. Außerdem ist auch Lionel Messi, das weltweite Gesicht der Adidas-Kampagne, noch im Wettbewerb.

Klar ist auch: Adidas stellt in jedem Fall den Torschützenkönig des Turniers. Die Rangliste führt derzeit der Kolumbianer James Rodriguez (sechs Tore) an, dessen Nationalteam ebenfalls von Adidas ausgestattet wird. Chancenreichste Herausforderer sind die Endspielteilnehmer Thomas Müller (fünf Tore) und eben Messi (vier). Wie Adidas betont, kommt auch der inoffizielle Torschützenkönig aus den eigenen Reihen: 46 Mal hatte ein WM-Torschütze bislang einen Adidas F50 am Fuß - laut dem Unternehmen wurde in keinem anderen Schuh öfter eingenetzt.

Zugleich meldet Adidas einen Verkaufsrekord für sein DFB-Trikot. Mehr als zwei Millionen Jerseys verkauften sich dieses Jahr, 500.000 dabei im nichteuropäischen Ausland. Am beliebtesten ist das Trikot mit dem Flock Thomas Müllers. Insgesamt setzte der Konzern über die WM acht Millionen Trikots ab. Bei der WM 2010 waren es noch 6,5 Millionen, obwohl damals drei Teams mehr ausgestattet wurden.

Schon vor den letzten beiden WM-Spielen scheint Adidas außerdem sein Ziel geschafft zu haben, "Most talked about brand" zu werden. Über alle Plattformen hinweg erreichte die Marke in den fünf WM-Wochen ein Plus von 4,9 Millionen Followern, alleine der WM-Ball "Brazuca" gewann 2,7 Millionen neue Follower und kommt derzeit auf 3,3 Millionen. Die #allin or nothing-Kampagne wurde bei Twitter bis zum 9. Juli 651.720 Mal erwähnt. Insgesamt erreichte Adidas bis dato einen Anteil von 54,7 Prozent aller Nennungen von Sportmarken, nach eigenen Angaben sind das 20 Prozent mehr als der nächste Wettbewerber hat.

Dieses Bild kursiert derzeit im Netz: Es zeigt den Misserfolg der Nike-Stars
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Nike kommuniziert solche Zahlen bislang nicht. Die Amerikaner hatten anders als Adidas kein goldenes Händchen bei der Auswahl ihrer Testimonials: Die Zugpferde Cristiano Ronaldo (Vorrundenaus), Neymar (verletzungsbedingtes Ausscheiden) und Franck Ribéry (hat verletzt gar nicht teilgenommen) konnten den Adidas-Stars nicht das Wasser reichen. In den sozialen Netzwerken erntet Nike damit aktuell einiges an Häme (siehe Bild). fam
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