Autobauer Volkswagen gründet mit Mobilitätsdienstleistungen eine 13. Marke

Donnerstag, 29. September 2016
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns, will zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität werden.
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns, will zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität werden.
Foto: Volkswagen

VW bekommt eine 13. Konzernmarke. Hätte man hier noch vor einigen Monaten den Namen eines anderen Herstellers erwartet, der unter das Wolfsburger Dach schlüpft, so werden jetzt die Mobilitätsdienstleistungen zur nächsten VW-Brand. Das gab VW am Vorabend des Pariser Autosalons bekannt.
Wie das 13. Mitglied der Konzernfamilie am Ende heißen wird, blieb am gestrigen Abend noch offen. Die offizelle Vorstellung und Verkündigung des Namens soll im November erfolgen. Trotz der Geheimniskrämerei zeigt sich aber, dass CEO Matthias Müller nach der Vorstellung der "Together Strategie 2025" im Frühsommer parallel zur Aufarbeitung des Dieselskandals längst mit dem Umbau und der Neuausrichtung des Konzerns begonnen hat. Bislang spielten Mobilitätsdienstleistungen bei VW eine untergeordente Rolle, jetzt hingegen drückt der weltgrößte Autobauer aufs Tempo. "Bis 2025 soll unsere neue Konzernmarke zu den führenden Anbietern bei Mobilitätsdiensten gehören und Marktführer in Europa werden", erklärt Müller. Dafür hat der Konzern eine eigenständige Business Unit gegründet. Sie arbeitet mit Gett an der Vermittlung von Fahrdiensten, eigenen Shuttle-Angeboten und Sharing-Konzepten für die urbane Mobilität. So bieten die beiden Partner als erstes gemeinsames Projekt in Moskau Gett-Fahrern Modelle wie den Polo oder den Skoda Octavia mit Sonderkonditionen an. Ende Mai war Volkswagen mit rund 300 Millionen US-Dollar beim US-Fahrdienstservice und Uber-Konkurrenten Gett eingestiegen. Zudem hat VW eine strategische Partnerschaft mit der Stadt Hamburg vereinbart, um neue Konzepte für die urbane Mobilität zu entwickeln und zu testen.

Und auch Audi ist hier aktiv. Die Premiummarke treibt mit neuen Partnerschaften mit den chinesischen Internetanbietern Baidu, Alibaba und Tencent die Vernetzung seiner Fahrzeuge sowie intelligente Mobilitätslösungen für Städte intensiv voran. "Perspektivisch gesehen könnten wir auch eigene, selbstfahrende Shuttleflotten betreiben, wenn das autonome Fahren in der Stadt in Serie geht", sagt Matthias Müller. Warum das für den CEO von Bedeutung ist? "Künftig wird längst nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen. Aber jeder kann auf die eine oder andere Art Kunde von Volkswagen sein – weil wir für Mobilität in einem viel umfassenderen Sinne als heute sorgen werden."  mir
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