Volkswagen Kommunikatoren sollen mehr Verantwortung übernehmen

Freitag, 31. Juli 2015
Volkswagen geht neue Wege in der Unternehmenskommunikation
Volkswagen geht neue Wege in der Unternehmenskommunikation
Foto: Unternehmen

Der Volkswagen-Konzern richtet seine Unternehmenskommunikation neu aus. Die Spezialisten sollen künftig mehr Verantwortung übernehmen und wie Markenmanager denken und handeln.
Bei Volkswagen ist derzeit viel in Bewegung. Der Konzern mit seinen 12 Marken rüstet sich an vielen Stellen für die Zukunft. Das gilt auch für die Unternehmenskommunikation. Vergangenen Mittwoch und Donnerstag fand nach HORIZONT-Informationen in Berlin eine Group Communications Conference statt, an der rund 350 Kommunikatoren aller Konzernmarken teilnahmen und die den Wandel und die Folgen als Überthema hatte. Im Zentrum stand dabei die Frage: Wie muss sich die Volkswagen-Kommunikation aufstellen, um den künftigen Anforderungen gerecht zu werden? Die Spezialisten stehen einerseits einer sich wandelnden Medienwelt gegenüber, in der Blogs und soziale Medien an Bedeutung gewinnen und Nachrichtenagenturen anfangen, Roboter als Schreiber einsetzen.

Andererseits haben sich die grundlegenden Bedingungen für die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert: ein sehr harter Wettbewerb, politische Unwägbarkeiten in Märkten wie Russland und China, Kunden, die besser den je informiert sind, das Aufkommen von Carsharing und neuer Konkurrenten. Dabei wird es nicht bleiben. Der Wandel wird sich fortsetzen. Die Frage ist nur, wie schnell und wie tiefgreifend er sich vollzieht.

Wie Teilnehmer berichten, forderte CEO Martin Winterkorn daher seine Kommunikatoren dazu auf, verstärkt kreative Ideen und effektive Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln, um die Marken mit ihren Modellen und Dienstleistungen weiter auf Kurs zu halten. Stephan Grühsem, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG, Leiter Konzernkommunikation, Außenbeziehungen und Investor Relations, ging sogar noch einen Schritt weiter: Er forderte seine Kollegen dazu auf, die Herausforderungen anzunehmen und künftig wie Brandmanager und Strategen zu denken und handeln. Man müsse die Art der Kommunikation ändern, sei öfters Thema seiner Rede gewesen, sagen anwesende PR-Manager. Statt nur über Fakten eines Produktes zu sprechen, gelte es Geschichten um Autos und Menschen zu erzählen. Den Worten eilen bereits Taten voraus. Intern ist nach informierten Kreisen ein weltweites Reputationsprojekt angelaufen, mit dessen Hilfe die Kommunikation in Themen wie Ökologie, neue Mobilität und Digitalisierung ausgebaut und erweitert werden soll. Das Ganze steht unter dem Slogan "Move.Change.Deliver".

Wie ernst das alles gemeint und wie wichtig die strategische Kommunikation für den gesamten Konzern ist, lässt sich aber nicht nur daran erkennen, dass die Volkswagen-Gruppe im November eine neue Website launchen wird. Vielmehr werteten Teilnehmer die Anwesenheit von Martin Winterkorn am kompletten ersten Konferenztag als ein klares Zeichen: Der Wandel, so die Botschaft, wird von der obersten Chefetage nicht nur erwartet, sondern auch mitgetragen.

Trotz der anstehenden Veränderungen und Neuausrichtung beschreiben Teilnehmer die Stimmung als positiv, ebenso den Austausch. So setzten nicht nur Winterkorn und Grühsem inhaltliche Impulse. Gedankenanstöße gaben in ihren Beiträgen auch VW-Chefdesigner Walter de Silva, der südafrikanische Journalist Songezo Zibi, Google-Manager Jens Redmer, Julie Meyer, CEO von Ariadne Capital sowie der ehemalige Wahlkampfmanager von Bill Clinton und Barack Obama, Paul Begala.  mir
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