Volkswagen Die Marke verliert durch Diesel-Desaster stark an Wert

Dienstag, 22. September 2015
Schwere Zeiten für Volkswagen
Schwere Zeiten für Volkswagen
Foto: VW

Das Diesel-Desaster weitet sich bei Volkswagen aus. Wie der Konzern mitteilt, ist die Steuerungssoftware in rund elf Millionen Fahrzeugen verbaut. Der Wert der Marke verliert massiv und liegt aktuell bei 8,8 Milliarden Euro.
"Wir haben Mist gebaut", sagte Michael Horn, VW-Chef in den USA gestern bei der Vorstellung des neuen Passat. Er ging am Abend zwar offensiv mit der Manipulation von Abgaswerten um und entschuldigte sich, doch wie hoch der Mist für die Marke mittlerweile ist, zeigen erste Zahlen von "The Brand Ticker". Seit dem 16. September hat die Marke VW insgesamt 10 Prozent an Wert verloren. Ihr Anteil am Unternehmenswert liegt jetzt nur noch bei 32 Prozent. Gleichzeitig ist der Unternehmenswert von Volkswagen in der Nacht von Montag auf Dienstag um drei Milliarden Euro (rund 4 Prozent) zurückgegangen. Die Markenwertspezialisten beziffern den bewerteten Imageschaden auf 1,1 Milliarden Euro. Tendenz steigend. "Da sich die Affäre immer mehr auszuweiten scheint, ist davon auszugehen, dass die Werte zumin dest kurzfristig noch weiter sinken", erklären die Macher des "Brand Ticker". Denn mittlerweile kündigen unter anderem Behörden in der Schweiz und in Südkorea Unetrsuchungen an, in Deutschland will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt alle VW-Dieselfahrzeuge überprüfen lassen.

Und das wird erst der Anfang sein. Wie Volkswagen mitteilt, ist die betreffende Steuerungssoftware auch in anderen Diesel-Fahrzeugen des Konzerns verbaut. Betroffen sind Autos, in denen der Motorentyp EA 189 verbaut ist, insgesamt rund elf Millionen Fahrzeuge. "Die beanstandende Software beeinflusst weder Fahrverhalten, Verbrauch noch Emissionen", erklärt Volkswagen. Zudem würden die in der EU angebotenen Neuwagen die gesetzlichen Anforderungen und Umweltnormen erfüllen.
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Dass das nicht ausreicht, um verunsicherte Kunden zu beruhigen und verlorene Glaubwürdigkeit wieder herzustellen, dessen ist man sich bei Volkswagen bewusst. Der weltgrößte Autobauer bildet deshalb Rückstellungen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro, für "notwendige Service-Maßnahmen und weitere Anstregnungen, um das Vertrauen unserer Kunden zurück zu gewinnen." Gleichzeitig passt VW seine Ergebnisziele für das laufende Jahr an. Nach der Gewinnwarnung verlor die Volkswagen-Aktie weiter an Wert. Der Kurs fiel phasenweise um 23 Prozent. Bereits am Montag hatten die Papiere 18,6 Prozent nachgegeben.

Ob Martin Winterkorn das Jahresende noch als VW-Chef erlebt, scheint für manche Beobachter zweifelhaft. Am frühen Abend meldet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, dass Winterkorn noch am Freitag noch Porsche-Chef Matthias Müller abgelöst werden soll. Derweil hat sich heute Abend das Präsidium des Aufsichtsrat ergebnislos auf morgen vertagt. mir
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