Volkswagen CEO Herbert Diess sagt in Las Vegas sorry - und lässt den Budd-e vorfahren

Mittwoch, 06. Januar 2016
Herbert Diess, CEO der Marke Volkswagen Pkw, sagt sorry.
Herbert Diess, CEO der Marke Volkswagen Pkw, sagt sorry.
Foto: Volkswagen
Themenseiten zu diesem Artikel:

Las Vegas Herbert Diess Volkswagen CES


Chapeau! Die große Bühne, die sich Herbert Diess gestern bei der Eröffnung der CES 2016 in Las Vegas bot, hat der Volkswagen-CEO vorbildlich genutzt. Denn er stellt nicht nur Produktinnovationen wie den VW Budd-e, eine Art fahrendes Smart Home, vor. Auch "Dieselgate" lässt der Manager in seiner Keynote nicht unerwähnt - und entschuldigt sich vor einem Weltpublikum.

Die CES, die vom heutigen Mittwoch bis einschließlich Samstag in Las Vegas stattfindet, besteht – neben allen Innovationen und Gadgets – im Prinzip ja aus Warteschlangen, die sich vor Eingängen, Taxiständen und Hotelaufzügen aneinanderreihen. Eine der bislang längsten kann zweifellos Diess für sich verbuchen, bevor er die weltgrößte Elektronikmesse am Dienstagabend (5.30 Uhr MEZ) mit seiner Keynote offiziell eröffnet. Überraschend ist das freilich nicht: In Amerika wurde der Abgasskandal  "Dieselgate" überhaupt erst losgetreten, und erst diesen Montag hat das amerikanische Justizministerium den Konzern wegen seiner Manipulationen angeklagt.

Zum Thema äußert sich der Manager dann durchaus überraschend, weil deutlich: "Wir haben unsere Kunden und alle Amerikaner enttäuscht. Dafür möchte ich mich entschuldigen." Tag und Nacht arbeite man aktuell an der Schadensbehebung und daran, den in den USA und in Europa jeweils unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. "Wir fokussieren uns darauf, sicherzustellen, dass Volkswagen nie wieder so etwas passieren wird", wiederholt Diess mehrmals. Auf der großen Bühne, auf der er an diesem Abend steht, macht der Manager damit alles richtig. Denn seine offenen Worte ohne aufgesetztes  Verharmlosen lassen auch den folgenden Teil seiner Keynote ehrlicher wirken. Und dort geht es nur noch um Superlative – im positiven Sinn.

Das Wichtigste, um das sich im Vorfeld die meisten Gerüchte und Spekulationen rankten, ist der VW Budd-e, eine Art zukunftsgeneralüberholter VW-Bulli mit Elektroantrieb und noch weit mehr als das. Er sei ein "wahrhaft soziales Auto", betont Diess, ein "Internet of everything". Beispiele? Der VW Budd-e kann mit dem heimischen Kühlschrank und der Eingangstür verbunden werden und ist damit ein eigenes kleines Smart Home – so wie der VW Bully früher, nur in modern. kan

Meist gelesen
stats