Volkswagen 5 Maßnahmen, mit denen Matthias Müller VW wieder flott machen will

Mittwoch, 28. Oktober 2015
Matthias Müller ist neuer Vorstandsvorsitzender von VW
Matthias Müller ist neuer Vorstandsvorsitzender von VW
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Matthias Müller richtet Volkswagen neu aus. Heute hat der Konzernchef fünf Maßnahmen definiert, die VW wieder auf Kurs bringen sollen.  Das Ziel: VW soll weiterhin zu den besten Autobauern der Welt gehören.
VW steckt mitten in der Aufarbeitung der Softwaremanipulationen bei Dieselfahrzeugen. Das beschäftigt den Konzern derzeit mehr als alles andere im Tagesgeschäft. Gleichzeitig muss Volkswagen-CEO Matthias Müller aber den größten europäischen Autobauer auf die Zukunft ausrichten. Heute hat er in Wolfsburg deshalb fünf Punkte definiert, die in Teilen in den vergangenen Wochen bereits immer wieder zu hören waren. "Wir müssen den Blick über die aktuelle Lage hinaus richten und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Volkswagen erfolgreich weiterentwickeln kann", sagte der ehemalige Porschechef, der am heutigen Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach China reist.

1.

Kunden

Höchste Priorität in dem Fünf-Punkte-Plan haben die Kunden, deren Fahrzeuge von den Softwaremanipulationen betroffen sind. Volkswagen, so sichert Müller zu, arbeite hier intensiv an effektiven technischen Lösungen. Die Umsetzung hierzulande beginnt in Abstimmung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt ab Januar 2016. Viel schneller geht es nicht. In den vergangenen Wochen hat VW alles an Kapazitäten verpflichtet, was auf dem freien Markt zu bekommen war. Spezialisten für Motoren und Abgastechnik fahren derzeit für die verschiedenen Modelle und Motoren Tests im Alltagsbetrieb und auf Rollenprüfständen. Allerdings sollen sich durch die Lösungen Werte wie Verbrauch und der Geräuschpegel der Autos nicht verändern. "Das erfordert viel Geduld und ist nicht von heute auf morgen zu schaffen", heißt es bei Technikern.

2.

Aufklärung

Für Müller ist die Aufarbeitung des Skandals noch nicht zu Ende. "Wir müssen die Wahrheit herausfinden und daraus lernen", sagt er. Deswegen hat VW zusätzlich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte engagiert. Müller sagte zudem erneut, dass die Verantwortlichen für die Manipulationen mit harten Folgen rechnen müssen.

3.

Strukturen

Es hat sich schon angekündigt. Müller holt beispielsweise mit dem Ex-Opelaner Thomas Sedran frische Kräfte von außen. Doch nicht nur neue Köpfe sollen VW ein neues Gesicht geben. Auch die Marken und die Regionen bekommen mehr Autonomie. "Unser Konzern wird künftig dezentraler geführt", kündigt Müller an. Damit definiert er auch die Aufgaben des Vorstands neu. Das oberste Führungsgremium soll sich künftig um markenübergreifende Strategien kümmern, um den effektiven Einsatz von Ressourcen und das Heben von Synergien. Der Prozess wird nicht ohne Schmerzen abgehen. Müller kündigte an, dass sich der Vorstand das aktuelle Portfolio im Konzern von über 300 Modellen genau ansehen wird. "Und wir werden den Ergebnisbeitrag jedes einzelnen Modells genau untersuchen." Damit zeichnet sich ab, dass nicht jedes Auto die Neuausrichtung überleben wird.

4.

Neue Kultur

Für Müller sind künftig zwei Dinge im täglichen Miteinander der Konzernmannschaft entscheidend. Das Streben nach Perfektion, der Einsatz und die soziale Verantwortung müssen erhalten bleiben. Aber er sieht auch die Notwenigkeit, dass sich die Kommunikation innerhalb des Konzerns und der Umgang mit Fehlern verändern muss. "Wir brauchen eine Kultur der Offenheit und der Kooperation." Oder anders ausgedrückt: mehr Mut, mehr Kreativität und mehr Unternehmertum.

5.

Ausarbeitung einer neuen Strategie

Gerade hat Toyota VW wieder als größter Autobauer abgelöst. Das mag den ein oder anderen Manager bei VW schmerzen, war das doch einer der Eckpunkte in der Strategie 2018. Doch von der Jagd nach reiner Größe will sich Müller verabschieden. "Viele außerhalb von Volkswagen, aber zum Teil auch bei uns, haben nicht richtig verstanden, dass es bei der Strategie 2018 um viel mehr geht als um Stückzahlen. Dem ,Höher, Schneller, Weiter‘ wurde vieles untergeordnet, vor allem die Umsatzrendite", erklärte der Topmanager. Für ihn ist nicht entscheiden 100.000 Fahrzeuge mehr oder weniger zu verkaufen. Ihm geht es um ein qualitatives Wachstum. Wie er das erreichen will, zeigt sich in ein paar Monaten. Mitte 2016 will er die Eckpfeiler einer „Strategie 2025" vorstellen. mir 
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